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Malerin Irina Musonov in Italien ausgezeichnet

Bilder der Präzision und Distanz

MÜNSTER-GIEVENBECK

Sie kommt aus Sibirien und hat einen klaren Blick auf die Welt.

Jan Schneider

In ihrem Gievenbecker Atelier hat Irina Musonov zahlreiche Stillleben gemalt. Es finden sich dort aber auch Landschaftsdarstellungen und Porträts. Die Malerin absolvierte in Nowosibirsk vier Jahre lang eine Kinderkunstschule. In Deutschland studierte sie Malerei und Grafik. Sie ist Meisterschülerin von Prof. Piotr Sonnewend. Foto: jans

Sie hat die Dinge genau im Blick - und die Menschen auch. Irina Musonov weiß, wie die Schatten fallen müssen oder welcher Lichtstrahl die Leinwand leuchten lässt. Die 1969 geborene Kunstmalerin hat das früh gelernt. Im Alter von elf bis 15 Jahren besuchte sie eine Kinderkunstschule. In Nowosibirsk.

1994 kam sie nach Deutschland. Alle ihre bis dahin entstandenen Gemälde und Zeichnungen blieben allerdings in der sibirischen Großstadt zurück. Einige Kunstwerke verschenkte Irina Musonov vor der Abreise in den fernen Westen noch.

Mit ihren Eltern, ihrem Bruder, Ehemann Sergej und Tochter Olga lebt sie nun in Gievenbeck. Sie studierte Malerei und Grafik. 2017 machte sie ihren Abschluss als Meisterschülerin bei Professor Piotr Sonnewend am Institut für Bildende Kunst und Kunsttherapie in Bochum.

Kunstwettbewerb

Jüngst belegte die Künstlerin bei einem internationalen Kunstwettbewerb in Montecosaro (Italien) den ersten Platz in der Kategorie Porträtmalerei (wir berichteten). Einerseits. Andererseits hat die Malerin auch einen „Brotberuf“: Sie ist Einzelhandelskauffrau und stand jahrelang im Laden. Vielleicht schärfte auch diese Zeit ihren präzisen Blick für die Umgebung.

Deutlich anzusehen ist ihren Werken aber auf jeden Fall, dass Irina Musonov in der Kinderkunstschule eine solide Ausbildung absolviert hat. „Ich war als Kind schon von Stillleben fasziniert“, sagt die Künstlerin. Sie möchte die flüchtige Schönheit des Moments in ihren Werken einfangen.

Stillleben

Dazu ist allerdings disziplinierte Arbeit nötig. Erste Ideen für ein Bild hält die Malerin oft mit der Kamera fest. Stillleben inszeniert sie im Atelier, manche Objekte dafür stehen dort in einem Regal. Dann wird eine Skizze angefertigt und schließlich folgt das Ölbild.

Malt Irina Musonov Menschen, so bleibt ihr Blick ebenso genau wie bei ihren Stillleben. Er wahrt aber auch eine Distanz, die Raum für Interpretationen lässt.

„Mehr Geheimnisse“

Das momentane künstlerische Ziel der Gievenbeckerin, die auch Malkurse gibt, ist, zentrale Bildelemente realistisch darzustellen, während andere Teile des Werkes abstrakter bleiben. Die Künstlerin möchte so „mehr Geheimnisse“ in ihre Bilder bringen.

Aber auch durch die Klarheit und Komposition ihrer Stillleben lässt Irina Musonov die zu ihren Vorbildern alte holländische Meister, John Singer Sargent und Anders Zorn zählt, uns immer auch ein bisschen hinter die Dinge auf der Leinwand blicken, die ihre eigenen Geschichten zu erzählen haben.

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