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Nachbarschaftshilfe „Von Mensch zu Mensch“

Die Ruhe vor dem Sommer-Sturm

Münster-Gievenbeck

Im Moment sei es ruhig, berichten die Organisatoren der Nachbarschaftshilfe „Von Mensch zu Mensch“ in Gievenbeck. Die Leute haben wegen der Pandemie Angst vor zu vielen Kontakten. Doch der Bedarf sei da. Deshalb blicken sie zuversichtlich auf die kommenden Wochen.

Von Joel Hunold

Markus Mischendahl (v.l.), Bettina Berger-Kersting und Renate Dieckmann organisieren „Von Mensch zu Mensch“ in Gievenbeck.

20 Ehrenamtliche sind aktuell in der Initiative „Von Mensch zu Mensch“ in Gievenbeck aktiv. Sie gehen mit älteren Menschen einkaufen, begleiten sie bei Arztbesuchen oder verbringen einfach Zeit mit ihnen – im Café oder beim Spaziergang durch Gievenbeck.

Durch die Pandemie „ist es im Moment sehr ruhig“, sagt Renate Dieckmann. Gemeinsam mit Bettina Berger-Kersting und Markus Mischendahl organisiert sie die Nachbarschaftshilfe in Gievenbeck. „Die Leute haben Angst“, so Dieckmann. Anfragen von Menschen, die Hilfe benötigen, kommen im Moment so gut wie gar nicht rein. „Unser Telefon steht still“. Mischendahl ergänzt: „Das war im vergangenen Winter so ähnlich.“

Nur zehn Ehrenamtliche derzeit im Einsatz

Von dem Pool aus 20 Ehrenamtlichen sind nur zehn im Einsatz. Aber: „Wo der Kontakt schon länger besteht, läuft es weiter“, erzählt Mischendahl. Statt ins Café zu gehen, treffe man sich nun draußen oder unterhalte sich mit Maske.

Ein wenig erstaunlich sei es dennoch, dass sich so wenig Leute melden. Denn der Bedarf sei da. Dieckmann berichtet: „Ich treffe mich mit einer älteren Dame, die geht nicht mehr raus.“ Man mache sich oft nicht klar, wie viele ältere Menschen vereinsamen.

Bedarf ist da

Berger-Kersting erzählt von einer anderen Frau, die „durch die Pandemie richtig abgebaut hat“. Sie wolle nicht mehr rausgehen, die Tochter berichte von depressiven Episoden der Mutter. Doch wenn Berger-Kersting es schafft, sie zum Spazieren gehen zu bewegen, „kommt sie mit einem Lächeln zurück“.

Nicht nur wegen solcher Erfolgserlebnisse blicken die Organisatoren zuversichtlich auf das Jahr. Im vergangenen Sommer, als die Pandemielage sich entspannt hatte, war „viel mehr los als sonst. Wir hatten so vielen Anfragen, die konnten wir alle gar nicht vermitteln“, so Berger-Kersting.

Ehrenamtliche bei der Stange halten

In dieser Woche haben die drei deshalb einen Jahresplan mit Aktionen erstellt, um jene Ehrenamtliche bei der Stange zu halten, die im Moment niemanden betreuen. „Es ist vorher auch gut gelaufen. Das wird schon wieder“, sagt Dieckmann.

Wer Hilfe benötigt oder sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich unter  0251/87 14 97 37 oder per Mail an vmzm-gievenbeck @outlook.de melden

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