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Zirkus-Projekt an der Michael-Grundschule

Die Schulgemeinschaft wird stärker

Münster-Gievenbeck

Eine Viertklässlerin fliegt durch die Luft, der Zirkuschef auf dem Trapez hält sie sicher fest. Vertrauen muss sie zu ihm haben. Ihr Selbstvertrauen wächst: Das sind nur zwei Ziele des Zirkusprojektes, das zurzeit an der Michael-Grundschule läuft.

Von Bettina Laerbusch

Der Zirkus Jonny Casselly Jr. war diese Woche an der Michael-Grundschule zu Gast und hat mit den 241 Schülern eine Vorstellung einstudiert. Was die Kinder innerhalb von nur drei Tagen gelernt haben, ist erstaunlich. Foto: Michaelschule/Bettina Laerbusch

Es geht um Vertrauen. Es geht um Selbstsicherheit. Auch um ein ganz bestimmtes Verantwortungsgefühl. Und: Es geht um puren Spaß. 241 Schülerinnen und Schüler sind dabei. Sie alle besuchen zurzeit die Michael-Grundschule. Ihre Lehrer sitzen mit im Boot – besser: im Zelt. Genau das – ein echtes blau-gelbes Zirkuszelt – haben um die 50 Mütter und Väter mit Hilfe von Kindern, Lehrern sowie Lehrerinnen und natürlich dem Zirkusteam rund um Jonny Casselly Jr. am Samstag am Rand des Schulhofs der Gievenbecker Grundschule aufgebaut.

Jedes Jahr gibt es in der Schule ein großes Projekt, in das alle involviert sind; alle vier Jahre heißt das große Thema „Zirkus“. „Wegen Corona mussten wir es mehrmals verschieben“, sagt Schulleiter Marc Voges. Und auch jetzt: Nur Eltern, die Oma, der Opa sowie Geschwister dürfen sich ansehen, was ihre Kinder, Enkel, Brüder und Schwestern so drauf haben.

Viertklässlerin am Trapez

Um es an dieser Stelle ein kleines bisschen vorwegzunehmen: Dass, was die Michael-Schüler in nur drei Tagen gelernt haben, versetzt den Zuschauer in Erstaunen. Da sitzt der Zirkuschef im Trapez und hält eine Viertklässlerin nur an den Händen fest; er schwingt sie durch die Manege. Mehr noch: Die Schülerin wirft ihm oben in der Luft ein Bein entgegen, er tauscht es gegen ihre Hand. Vertrauen bringt sie dem Zirkuschef entgegen, der sie hält; und ihr Selbstvertrauen dürfte heftig gewachsen sein in dieser Woche. Applaus gibt es von den Mitschülern, die am Donnerstag während der Generalprobe in der Manage zuschauen und dann selbst zeigen, was sie können.

Am Montag hatte das Zirkusteam zunächst eine Vorstellung vor allen Schülern gegeben. Die mussten sich dann vier der vielen Nummern merken – eine davon, das entschied Jonny Casselly Jr., studierten die Kinder selbst ein. Die eine lernte Akrobatik, der andere mit Messern umzugehen. „Die Klassen wurden jeweils geteilt: Von 8.30 bis 10.30 Uhr war die eine Hälfe im Zirkuszelt, während sich für die andere im Deutsch- oder Matheunterricht inhaltlich ebenfalls alles um den Zirkus drehte“, erläuterte Voges.

Jutta Giesbert

Dass das Casselly-Zirkuszelt jetzt auf dem Gelände der Michaelschule steht und ein Team eine Woche lang dort vor Ort war beziehungsweise ist, haben sich die Schülerinnen und Schüler übrigens selbst verdient – und „verdient“ ist hier absolut wörtlich gemeint. „Die Schüler haben einen Sponsorenlauf veranstaltet und für jeden gelaufenen Kilometer Geld von Eltern oder Großeltern bekommen“, berichtet der Schulleiter. Der Förderverein habe das Projekt sehr unterstützt. Und auch Einnahmen aus einem Neujahrskonzert der Schüler flossen in das Vorhaben.

„Dieses Projekt schweißt die ganze Schulgemeinschaft positiv zusammen“, bringt es Jutta Giesbert, stellvertretende Schulleiterin, auf den Punkt. „Wir haben etwas gemeinsam getan.“ Und das, so ihre Erfahrung, wirke lange nach.

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