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Benediktiner-Pater Kilian erzählt aus dem Klosterleben

Gartenarchitekt wird bald Priester

Münster-Gievenbeck

Bruder Kilian gehört zum Kloster Gerleve. Am 11. Mai wird er dort zum Priester geweiht. Die Entscheidung, sich den Benediktinern anzuschließen, hat sich der gebürtige Paderborner nicht leicht gemacht.

Marion Fenner

Bruder Kilian von den Benediktinern aus dem Kloster Gerleve absolviert zurzeit anlässlich seiner Priesterausbildung ein Praktikum in der Gievenbecker Kirchengemeinde. Er besuchte auch den Seniorennachmittag von St. Michael und berichtete dort über den Heiligen Benedikt. Foto: mfe

„Wer im normalen Leben nicht zurecht kommt, schafft das im Kloster erst recht nicht“, sagt Bruder Kilian, der den Benediktinern angehört. Der 40-Jährige hat sich vor 13 Jahren bewusst für ein Leben im Kloster entschieden. Zurzeit absolviert er anlässlich seiner Priesterausbildung ein Gemeindepraktikum in St. Michael und übernimmt dabei seelsorgerische Aufgaben. Beim Seniorennachmittag im Pfarrheim berichtete er über den Heiligen Benedikt.

Bruder Kilian gehört zum Kloster Gerleve. Am 11. Mai wird er dort zum Priester geweiht. Die Entscheidung, sich den Benediktinern anzuschließen, hat sich der gebürtige Paderborner nicht leicht gemacht. „Es ist eine andere Lebensform, die wohl überlegt sein sollte.“

Nach dem Abitur absolvierte Bruder Kilian zunächst seinen Zivildienst und anschließend ein Studium zum Garten- und Landschaftsarchitekten. Der Gedanke, Mönch zu werden, sei schon länger vorhanden gewesen. „Doch es ist ein langer Prozess, zu erkennen, wie so ein Lebensweg aussehen kann.“

Während seines Zivildienstes hat er Benediktinerbrüder kennengelernt und sich mit dem Orden intensiver befasst. „Wenn die Benediktiner eine Stellenanzeige aufgeben würden, müsste es darin heißen: Gottsucher gesucht. Voraussetzung: Die Sehnsucht, Gott suchen zu wollen, sollte für den Bewerber eine Herzensangelegenheit sein“, erklärt Bruder Kilian.

„Ich habe das gespürt und war auf der Suche nach Gott. Ich fühlte mich berufen, zu den Benediktinern zu gehen.“ Er sei sich sicher gewesen, dort richtig zu sein. Das sei eine unabdingbare Voraussetzung für diesen Schritt, mit halbem Herzen sei ein Leben als Mönch nicht möglich.

Wenn auch gut abgesichert, so sei das Dasein im Kloster nicht eine ganz eigene Lebensform. Mit mehreren Männern in einer Wohngemeinschaft nach strengen Regeln zu leben, die insbesondere von Gebeten und Gottesdiensten bestimmt werden, sei bestimmt nicht für jedermann eine Lebensform auf Zeit. Jeder übernehme Aufgaben für die Gemeinschaft und bringe sich ein. Ob Kochen, Putzen, Gartenarbeit oder die Betreuung der Besucher. Das Leben dort bringe Freude, „bei uns wird gelacht“. Nachdem Bruder Kilian in den Orden eingetreten war, studierte er Theologie in Salzburg und Rom.

Kurz vor der Priesterweihe ist er immer noch sicher, den richtigen Weg zu beschreiten. „Benediktiner leben im geschützten Bereich des Klosters als enge Gemeinschaft heute noch nach den Regeln, die der Heilige Benedikt vor 1500 Jahren aufgestellt hat“, betont Bruder Kilian. Diese Kontinuität gebe ihm Halt und Zufriedenheit.

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