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Wartburggrundschule

Grundschüler und Kunstakademie schaffen „Kunsträume“ am Aasee

Münster-Gievenbeck

Aktionsräume für die Kunst haben Mädchen und Jungen der Wartburgschule gemeinsam mit Studierenden der Kunsthochschule gestaltet. Dabei haben sie sich auch kritisch mit Kunst im öffentlichen Raum auseinandergesetzt. 

Miniaturszenerien – kleine Aaseekugeln gehörten zum Kunstprojekt der Wartburg-Grundschule. Foto: Kunstakademie Münster

Kunst kann überall stattfinden. Das zeigten Studierende der Kunstakademie Münster, die sich gemeinsam mit Grundschulkindern aus der Wartburg-Grundschule künstlerisch erprobten.

In drei inspirierenden Projekten, die von zwölf Studierenden entwickelt und angeleitet wurden, gestalteten die Kinder große und kleine Aktionsräume, heißt es in einer Pressemitteilung. Ausgangspunkt war die gemeinsame Betrachtung der Skulptur „Giant Pool Balls“ von Claes Oldenburg, die der Künstler 1977 für die „Skulptur Projekte Münster“ erstellte und auf der immer wieder Graffitis entstehen. Hieran entfachten die Studierenden mit den Schülern eine Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum. Danach ging es ans eigene praktische Schaffen mit verschiedenen Materialien und Aufforderungen zum künstlerischen Handeln in kleinen Teamgruppen.

Freiräume

Das Projekt „Absperrungen – Alltagsgrenzen neu betrachten“ erprobte offene und persönliche Grenzen im gesellschaftlichen Raum der Öffentlichkeit. Mit luftigen Folien zwischen Bäumen installierten die Schülern begehbare Räume. Ebenso zogen sie mit Absperrband selbstbestimmte Grenzen zwischen den „Aaseekugeln“ und den dortigen Parkbänken und griffen somit in die Freiräume ihrer Mitmenschen ein. So sei eine kritische Haltung gegenüber Grenzen deutlich und erlebbar geworden, berichten die Initiatoren.

Ein weiteres Projekt beschäftigte sich mit Miniaturszenerien auf dem großen halbrunden Platz vor dem Aasee unter dem Titel „Große und kleine Fotografien“. An selbstgewählten Orten inszenierten die Kinder mit Miniaturfiguren und Modelliermasse Mikroszenen, die sich per iPad fotografisch auf Makroebene zeigten. Die eigenen und neu erstellen Entwürfe waren vor Ort nur kurz zu sehen und konnten durch die Fotografien dauerhaft festgehalten werden.

Unerlaubte Boote

Im dritten Projekt schafften die Kinder durch ihre künstlerischen Interventionen einen belebten Raum im Aasee. Der als eher biologisch kritisch zu betrachtende Aasee, durch Blaualgenbildung und Fischsterben im Sommer, wurde hier zum Ausdruck für Ökologie und Lebensraum. Zum Thema „Wasser Pflanzen“ entstanden vier verschiedene Boote, die von den Studierenden im Vorfeld angefertigt und von den Kindern mit ebenso unterschiedlicher Bepflanzung ausgestattet, und zum Schwimmen gebracht wurden. Durch das unerlaubte „zu Wasser lassen“ der Boote entstand ein temporärer Eingriff am Aasee, der sich gestalterisch mit verschiedenen Kontroversen und urbanen Entscheidungen im Bereich der Bepflanzung auseinandersetzte.

Die Kinder lernten in diesem Zusammenhang nicht nur eine ungewöhnliche Herangehensweise zur Kunst im öffentlichen Raum, sondern entwickelten auch ein Verständnis für künstlerisches Arbeiten in der Öffentlichkeit und Gesellschaft, heißt es in der Mitteilung weiter.

Demokratische Mitgestaltung

Mit großer Begeisterung machten die Kunstakademiestudierenden und die Kinder aus der Lerngruppe der Wölfe an der Wartburg-Grundschule durch ihre künstlerischen Veränderungen an unterschiedlichen Orten auf eine demokratische Mitgestaltung von Öffentlichkeit aufmerksam.

Das seit 2009 von der Kulturpädagogin Antje Dalbkermeyer (Kunstakademie Münster) konzipierte kunstdidaktische Kooperationsprojekt wird zusammen mit der Lehrbeauftragten Sabine Lenz (Wartburg-Grundschule Münster) theoretischpraktisch entwickelt und umgesetzt. Lilja Justin aus der Kunstakademie begleitete die Arbeiten fotografisch.

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