1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Gievenbeck
  6. >
  7. LEG verzichtet auf Teile der Betriebskosten

  8. >

Nachforderung durch Nachfragen deutlich gesenkt

LEG verzichtet auf Teile der Betriebskosten

Münster-Gievenbeck

Nebenkostenabrechnungen sind ja meistens aus Mietersicht keine schöne Post, gerade in Zeiten steigender Kosten. Da ist es sinnvoll, die Nebenkostenabrechnungen auch richtig zu überprüfen. Und im Falle einer Mieterin in Gievenbeck hat sich das gelohnt.

Die LEG vermietet in Gievenbeck auch Wohnungen am Wallheckenkarree. Foto: LEG

Wieder konnte eine LEG-Mieterin, diesmal aus Gievenbeck, mehr als einen Teilerfolg durch einen Vergleich erzielen. Ein für viele Mieter der LEG Wohnen NRW interessanter Prozess ist kürzlich vor dem Amtsgericht Münster durch eine Einigung beendet worden.

Die LEG hatte von einer Mieterin mit den Betriebskostenabrechnungen für 2019 und 2020 insgesamt 1765,69 Euro nachgefordert. Aufgrund der Einigung muss die Mieterin jetzt jedoch nur 707,15 Euro zahlen – ein Nachlass von 60 Prozent.

Belegeinsicht

Die vom Mieterverein Münster vertretene Mieterin hatte nach Erhalt der Nachforderung erst einmal Belegeinsicht über die behaupteten Nebenkosten verlangt, diese jedoch zunächst nicht erhalten. „Mieter, die Betriebskostenabrechnungen erhalten, haben ein Recht, die Rechnungen und sonstigen Belege für die Betriebskosten einzusehen. Solange ihnen diese Belegeinsicht nicht gewährt wird, müssen sie die Nachforderung auch nicht zahlen, sie haben vielmehr ein sogenanntes Zurückbehaltungsrecht“, verdeutlicht Werner Szybalski von der LEG-Mieter-Initiative Münster in einer Pressemitteilung. Dennoch verklagte die LEG die Mieterin auf Zahlung. Das Gericht erklärte, die LEG müsse erst die Belegeinsicht gewähren.

Daraufhin übersandte die LEG der Mieterin rund 400 Seiten an Belegkopien. Werner Szybalski meint dazu: „Es besteht bei uns der Verdacht, dass die LEG die Taktik verfolgt, Mieter und auch ihre Anwälte durch die Papierflut von einer Fortführung des Gerichtsprozesses abzuschrecken. Zumal diese – im vorliegenden Fall 400 – Seiten grundsätzlich auch noch ziemlich ungeordnet und unübersichtlich zugesandt werden.“

LEG schickt Vermieterin 400 Seiten an Kopien

Die Mieterin und ihr Rechtsanwalt Paul Demel hatten die 400 Seiten aber gründlich geprüft und bei Gericht etliche Einwendungen gegen die beiden Jahresabrechnungen erhoben. Anwalt Demel sagt: „Es fehlten zum Beispiel etliche Tätigkeitsnachweise für die tatsächliche Durchführung der Gartenpflege, der Hausreinigung und der Tätigkeit des Hauswartes. Was uns auch deswegen wichtig war, weil das Objekt keinen gut gepflegten Eindruck macht und ein Hauswart – wenn überhaupt – nur sehr selten vor Ort gesehen wird.“

Werner Szybalski ordnet den aktuellen Fall ein: „Das ist leider ein weit verbreitetes Problem.“ Auch aus anderen Wohnquartieren der LEG in Münster werde Ähnliches berichtet. „Deshalb finden wir es toll“, sagt Szybalski weiter, „dass sich wieder eine LEG-Mieterin konsequent und erfolgreich gewehrt hat. Zudem habe ich den Eindruck, die LEG ist sich wohl selbst nicht so sicher, was die Rechtmäßigkeit ihrer Abrechnungen angeht.“

Startseite
ANZEIGE