1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Gievenbeck
  6. >
  7. Legale Graffiti verzieren die Wände des Gievenbecker Skaterparks im „Grünen Finger“

  8. >

Großstadt-Feeling unter Palmen

Legale Graffiti verzieren die Wände des Gievenbecker Skaterparks im „Grünen Finger“

Münster-Gievenbeck

Vor der Silhouette einer Großstadt unter einem orange-roten Abendhimmel skaten oder Inliner fahren, mit dem BMX-Rad so richtig abheben und gleich neben einer Palme landen – das können die jungen Sportler jetzt im Skaterpark des „Grünen Fingers“ an der Gievenbecker Reihe.

Ellen Bultmann

Skaten und BMX-Rad fahren vor der Kulisse einer Großstadt und zugleich unter Palmen – das ist seit kurzem im Skaterpark des „Grünen Fingers“ möglich. Die Anregung, diese Flächen ansprechend zu gestalten, kam aus der Sprayer-Szene. Foto: eb

Gut, Palmen gibt es in Münster nicht wirklich so sehr viele, und die abgebildeten Hochhäuser erinnern eher an Frankfurt am Main oder New York. Aber immerhin sind auch „ein paar Häuschen vom Prinzipalmarkt“ angedeutet, wie Frank Ahlmann, der Graffiti-Koordinator des Ordnungsamts, es ausdrückt. Aus der Sprayer-Szene hatte ihn vor geraumer Zeit die Frage erreicht, ob der Skaterpark durch ein legales Graffito verziert werden könne, berichtete Ahlmann auf WN-Anfrage. Daraus wurde ein Projekt, denn dieses Anliegen musste zunächst mit dem Amt für Grünflächen und Umweltschutz, dem Sportamt und den Kommunalpolitikern abgestimmt werden. Schließlich konnten die drei Graffiti-Künstler, die unter dem Pseudonym „auckz & die Gang“ auftreten, aktiv werden. „Die Motive haben sie sich selbst ausgedacht. Aber wir haben die Vorgabe gemacht, dass es etwas Gegenständliches sein sollte“, erläutert Ahlmann. Denn die Bilder sind nicht nur als Bereicherung für die Skater- und Hip-Hop-Szene gedacht: „Sie sollen auch den normalen Parknutzer nicht abschrecken.“ Immerhin liegt gleich neben den anspruchsvollen und überregional beliebten Skaterflächen ein Spielplatz für kleine Kinder, und etwas weiter finden sich Bewegungsgeräte, die auch für Senioren gedacht sind. Das Projekt wurde allseits begrüßt, denn „die große Fläche war vorher sehr stark verschmiert“, erinnert sich Ahlmann. Der Ehrenkodex der Sprayer besage, dass ein gut gemachtes Graffito nicht übersprüht wird, was im Insider-Sprachgebrauch „crossen“ genannt wird. „In der Regel bleibt es eine ganze Weile so, nachdem eine Fläche im offiziellen Auftrag gestaltet wurde“, hat der Graffiti-Koordinator festgestellt. Allerdings komme es durchaus vor, dass dennoch wild drüber gesprayt werde: „Vor allem, wenn jemand meint, dass er es besser könnte“. Für die Bilder im Skaterpark hat die Stadt die Materialkosten übernommen. Es wurde jedoch darüber hin­aus kein Honorar gezahlt, stellt Ahlmann klar. „So ist die Umsetzung preiswert möglich gewesen.“ Der Graffiti-Koordinator kümmert sich auch um die Vorbeugung zum Schutz von Flächen, auf denen keine Sprühbilder erwünscht sind. Außerdem wird er aktiv, wenn Wände oder Objekte von Farbe gereinigt werden müssen. Ahlmann ist zudem Ansprechpartner für die Sprayer-Szene. Bei Interesse kann er Kontakt zu den Künstlern mit der Spraydose vermitteln, die häufig unerkannt bleiben wollen und nicht gerne ihre wahren Namen preisgeben.

Startseite
ANZEIGE