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Interview mit Janina Enning

„Man begegnet sich auf Augenhöhe“

Münster-Gievenbeck

Wechsel im Leitungs-Team: Nachdem Angela Mörth das Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum (MuM) verlassen hat, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen, galt es, die Stelle der pädagogischen Leitung neu zu besetzen. Dieser Herausforderung stellt sich nun Janina Enning. Mit unserem Redakteur Kay Böckling sprach die 33-jährige Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin über sich, das MuM und dessen Zukunft.

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Sie präsentieren mit Freude das Programm des MuM für den Herbst und Winter mit zahlreichen Ergänzungen: Janina Enning (l.) als neue pädagogische Leiterin sowie Kollegin Karen Paterson (ebenfalls pädagogische Leitung). Foto: Kay Böckling

Frau Enning, was haben Sie gemacht, bevor Sie beim MuM „anheuerten“?

Enning: Ich war früher im Projekt „Respekt“ tätig. Dabei handelt es sich um ein Projekt für junge Menschen, die aus dem System gefallen sind.

Was heißt das genau, „aus dem System gefallen“?

Enning: Es gibt junge Menschen, die beispielsweise vom Jugendamt betreut werden. Mit 18 aber endet die Jugendhilfe, und die Betroffenen stehen plötzlich ohne alles da. Sie sind teilweise obdachlos oder finanziell mittellos. Zum Teil ist es auch schwer, sie in den Arbeitsmarkt oder ins soziale Leben zu integrieren. Diese Menschen versuchten wir, zurück ins Leben zu bringen.

Kannten Sie das MuM, bevor Sie sich auf die Stelle beworben haben?

Enning: Zum Teil. Ich finde die Angebote klasse. Hätte ich von der enormen Vielfalt gewusst, wäre ich auch mit meinen drei Kindern hier hingekommen. Das Programm ist super, ich kann mich damit hervorragend identifizieren.

Was schätzen Sie am MuM am meisten, und wohin geht die Fahrt unter Ihrer Leitung?

Enning: Was ich hier schätze ist die Tatsache, dass sich hier jeder auf Augenhöhe begegnet. Es gibt keine Hierarchien. Toll finde ich auch, dass die Menschen so angenommen werden, wie sie sind. Mit allen Stärken und Schwächen. Jeder wird integriert. Eine tolle Willkommenskultur.

Und dennoch wollen Sie etwas ändern . . .

Enning: Weiterentwickeln trifft es besser. Ich möchte die intergenerativen Angebote weiter ausbauen. Mir persönlich ist aufgefallen, dass Jung und Alt zu wenig an einen Tisch kommen. Die Senioren und Jugendlichen haben häufig keine Schnittpunkte.

Sie verantworten auch die Öffentlichkeitsarbeit des MuM. Dazu gehört auch die Pflege der Internet-Präsenz. Die haben Sie kräftig aufgemöbelt . . .

Enning: Das ganze Programmheft ist jetzt online zu finden. Es gibt einen Wochenplan, den man sich anschauen kann und auch einen Jahresplan. Zudem ist es möglich, zu den jeweiligen Angeboten auf den Link zu klicken und kommt direkt zur Angebots-Beschreibung. So sieht man direkt, was sich dahinter verbirgt.

Gibt es weitere Ziele, die Sie verfolgen?

Enning: Ja, ich möchte die Außendarstellung des MuM verbessern. Ich möchte das MuM bekannter machen, auch über die Grenzen des Stadtteils Gievenbeck hinaus. Ich möchte, dass Münsters Westen einfach mehr vom MuM weiß.

Wie wollen Sie das erreichen?

Enning: Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Dieses Gespräch hier ist vielleicht ein erster Schritt. Dann durch die neue und informativere Internet-Präsenz. Vorhandene Netzwerke gilt es weiter auszubauen und noch weitere Kooperationspartner zu finden.

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