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Interessantes Forschungsprojekt an der Pilotstrecke Busso-Peus-Straße

Schadstoffe an Ort und Stelle binden

Münster-Gievenbeck

Was kann man tun, um an Straßen das Eindringen von Abgasstoffen, Ölen und Rückständen in die Umwelt zu verhindern? Dieser Frage widmet sich eine wissenschaftliche Studie in Gievenbeck.

Von Thomas Schubert

Fünf Felder dieser Art findet man am Rande der Busso-Peus-Straße. Autofahrer bemerken sie oftmals gar nicht. Sie sind elementarer Bestandteil eines aktuellen Forschungsprojekts. Foto: sch

Manch einer, der in jüngster Zeit auf der Busso-Peus-Straße unterwegs war, wird sich über die fünf leicht abfallenden, klar abgegrenzten Felder gewundert haben, die in den Westrand der Fahrbahn eingebaut wurden. Auf den ersten Blick und ohne Wissen darum, was es mit ihnen auf sich hat, erschließt sich ihre Funktion wohl keinem Unbeteiligten. Man muss schon genauer hinschauen, um ihrer Funktion auf die Spur zu kommen: Zwei kleine Schilder, die auf dem Gras am Straßenrand befestigt wurden, verraten, dass es sich um Versuchsfelder eines interessanten Forschungsprojekts handelt.

Ende Januar hatte die Stadt Münster – wie berichtet – in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass es an der Busso-Peus-Straße Bauarbeiten geben werde. Diese solle zu einer Pilotstrecke werden, hieß es. Im Rahmen eines Projekts namens „NUAGE“ wolle ein Forschungsteam der münsterischen Fachhochschule zusammen mit dem Amt für Mobilität und Tiefbau „den Beweis antreten, dass ein Eintritt von Schadstoffen in die Umwelt an befahrenen Straßen zukünftig noch zuverlässiger verhindert werden kann“, so die Stadt. Dazu werde ein System aus sogenannten aktiven Geo-Verbundstoffen verwendet.

Ein modulares dezentrales Entwässerungssystem wird getestet

Das Kooperationsprojekt, das von der Europäischen Union sowie dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird, und an dem auch die Firma Huesker GmbH, Hersteller von Geokunststoffen und technischen Textilien, maßgeblich beteiligt ist, widmet sich der Entwässerung von Verkehrsflächen.

Worum genau es den Forschern geht, wird kurz und prägnant auf den Tafeln im Gras erklärt: Regenwasser von versiegelten Verkehrsflächen sei aufgrund von Prozessen, die von Menschen verursacht würden, mit verschiedenen Schadstoffen belastet. Abgasstoffe, Öle und Rückstände aus Reifenabrieb könnten ins Erdreich und in den Wasserkreislauf geraten. Auf den fünf Versuchsfeldern werde ein „modulares dezentrales Entwässerungssystem aus speziellen, aktiven Geotextilien getestet“, heißt es weiter.

Straßenabwasser an Ort und Stelle reinigen

Besagtes System soll es ermöglichen, das Straßenabwasser an Ort und Stelle zu reinigen und zu versickern. Die Schadstoffe würden dabei von im Boden der Versuchsfelder eingebauten Geotextilien gebunden. „Daraus resultiert eine deutliche Verbesserung für den Gewässer- und Bodenschutz“, wird dem Leser erklärt.

Dass das Projekt den Titel „NUAGE“ hat, ist nach Angaben der Stadt Münster darin begründet, dass dieses Kürzel für „Nachhaltige und umweltorientierte aktive Geo-Verbundstoffe zur Verkehrsflächenentwässerung“ steht. Im Rahmen des Projekts werden drei verschiedenen Sorten der besagten Verbundstoffe eingesetzt. Diese bestehen jeweils aus zwei Vliesstofflagen und einem aktiven Material wie etwa Aktivkohle oder einem ölabsorbierendem Polymer.

Ölabsorptionsmatte aus PET-Flaschen

Für die wissenschaftliche Studie wurde von der beteiligten Firma eine neue Ölabsorptionsmatte entwickelt – ein Geotextil aus recycelten PET-Flaschen. „Das Ziel des Forschungsprojekts besteht darin, eine effiziente Kombination dieser verschiedenen Komponenten zu schaffen und deren langfristige Funktionsfähigkeit experimentell und in großem Maßstab nachzuweisen“, ließen schon beim Start im Januar die Fachleute des Amts für Mobilität und Tiefbau wissen.

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