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OB-Kandidaten stellen sich vor

Schüler diskutieren mit Politikern - kleine Geheimnisse gelüftet

Münster-Gievenbeck

Kandidaten-Check am Stein: Markus Lewe (CDU), Jochen Köhnke (SPD), Maria Klein-Schmeink (Grüne), Hein Götting (FDP) sowie dem parteilosen Harry Seemann stellten sich die fünf münsterischen Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister den Schülern vor.

Kay Böckling

Die fünf Kandidaten für die anstehenden Oberbürgermeister-Wahlen (v. l.), Harry Seemann, Maria Klein-Schmeink, Jochen Köhnke, Hein Götting und Markus Lewe, stellten sich den Fragen der Moderatoren Janina Dutke (r.) und Tobias Möllenbrink (2. v. r). Foto: kbö

Es sind die kleinen Geheimnisse, die Politiker so interessant machen. Jochen Köhnke (SPD) etwa gibt zu, noch nie in den Genuss einer Fußpflege gekommen zu sein. Markus Lewe (CDU) hört nach eigenem Bekunden gerne Musik von „WestBam“, und das teuerste Kleidungsstück von Maria Klein-Schmeink (Grüne) ist eine Lederjacke. Hein Götting (FDP) ist ein Opern-Fan, der parteilose Harry Seemann liebt Spaghetti mit roter Sauce. Das und vieles mehr erfuhren die Teilnehmer einer Diskussionsrunde am Montagmorgen im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Dort stellten sich die fünf münsterischen Kandidaten vor, die in knapp zwei Wochen Oberbürgermeister werden wollen.

Moderiert wurde der mitunter recht muntere Schlagabtausch von Politik-Lehrer Tobias Möllenbrink sowie der 17-jährigen Gymnasiastin Janina Dutke. Letztere hatte sich gründlich vorbereitet, recherchiert und stellte sehr fundierte Fragen.

Wahlarena

Wahl-Special: Die Oberbürgermeister-Kandidaten stellten sich Fragen von Journalisten.

Überrascht waren die Organisatoren über die Zusage von OB Markus Lewe, hatte dieser doch bislang – bis auf eine Ausnahme – derartige Diskussionsrunden gemieden. Den Besuch am Stein begründete der Oberbürgermeister damit, für die Teilnahme an der Wahl zu werben: „Es geht hier nicht um mich, sondern darum, dass ich alle wahlberechtigten Schüler dazu einladen möchte, an dieser Wahl teilzunehmen.“

Der kurzen, persönlichen Fragerunde folgte ein kleines Spiel im Stile der „Reise nach Jerusalem“. Wer eine Frage mit „Ja“ beantworten konnte, durfte aufstehen und den Platz tauschen. Bei der – zugegebenermaßen nicht allzu ernst gemeinten – Frage, wer für die Legalisierung von Cannabis sei, blieb einzig und allein Markus Lewe sitzen...

Schnell wurde deutlich, dass die Diskussionsteilnehmer einander doch sehr respektieren. „Was man denn am anderen schätze“, wollten die Moderatoren wissen. So fand Götting, dass Jochen Köhnke „gar keine so furchtbare rote Socke“ sei. Maria Klein-Schmeink lobte den liberalen OB-Kandidaten für seinen wortgewandten Humor, und dem Sozialdemokraten mache es „Spaß“, seiner grünen Konkurrentin beim „charmanten Reden“ zuzuhören.

Kandidaten-Check

Stellen Sie sich den Fragen der Wahlarena-Runde!

Manchmal sagen aber auch Taten mehr als Worte. Etwa in dem Moment, als Hein Götting fast unbemerkt seine Flasche Mineralwasser in Richtung des dürstenden Lewe reichte. Tobias Möllenbrink besorgte schnellstens Nachschub.

Natürlich ging es auch um Politik. Doch schnell wich das Interesse des Publikums, als Themen angeschnitten wurden, mit denen die Jugendlichen nichts anfangen konnten.

Aber die Politik stand nicht im Vordergrund. Vielmehr wollten alle Teilnehmer Werbung machen für die anstehende Wahl und für das Recht, Demokratie mitzugestalten. „Demokratie ist ein sehr hohes Gut, um das uns viele beneiden“, sagte Markus Lewe und erntete Zustimmung von allen Seiten.

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KOMMENTAR

Bitte keine ollen Kamellen

Sandalen, T-Shirt, kurze Hose – auch rein optisch wollte  Harry Seemann so gar nicht in die Riege der Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl passen, die sich am Montagmorgen im Stein-Gymnasium den interessierten Schülern vorstellte. Und auch der eine oder andere lockere Spruch („Wie viele Kinder ich habe? Keine von denen ich wüsste.“) hatte nur ganz geringen Haltbarkeitswert.

Dass jemand, der allen ernstes für das höchste politische Amt Münsters kandidiert, seine Forderungen von einem Mini-Flugblättchen ablesen muss, kam bei den Schülern gar nicht gut an. Und als der parteilose Kandidat dann noch alte politische Kamellen aus der Schublade holte, kramte die Hälfte der Gymnasiasten nach ihren Handys – auf der Suche nach etwas Unterhaltung. Verstehen konnte man sie.

von Kay Böckling

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