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Pop-up-Planetarium zu Besuch im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

Sterne beobachten am Aula-Himmel

Münster-Gievenbeck

Wenn Exkursionen nicht möglich sind, kommt der Exkursionsort eben zur Schule. Das Pop-up-Planetarium des LWL macht aktuell Halt am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Gievenbeck. Die Schülerinnen und Schüler können dort mehr erleben als bloßes Sterne gucken.

Von Joel Hunold

Das Pop-up-Planetarium ist zu Besuch in Gievenbeck Foto: privat

Wäre das Universum in einem Jahr entstanden, dann wäre die Menschheit erst am Silvesternachmittag auf der Welt erschienen. So lautet das Fazit einer der Vorführungen, die Schülerinnen und Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums aktuell in ihrer Aula erleben können.

Denn dort steht in dieser Woche das Pop-up-Planetarium des LWL. Von außen sieht es wie eine schwarze, geschlossene Hüpfburg aus. Doch drinnen werden mittels eines besonderen Projektors Sternenbilder und Animationen des Universums an die kugelförmige Decke projiziert – wie im richtigen Planetarium des LWL neben dem Zoo, welches aktuell geschlossen ist. Die Vorführungen, zu denen man sich hinlegen kann, dauern knapp eine Stunde, 18 Schülerinnen und Schüler können zeitgleich ins Planetarium rein.

Vom Sternenhimmel zu schwarzen Löchern

„Es ist ein Highlight im Schulalltag, nachdem wegen der Pandemie so viele Exkursionen ausgefallen sind“, erzählt Sven Friedrich. Er ist Physik- und Mathelehrer am Stein-Gymnasium und zugleich Koordinator des Mint-Bereichs, also der naturwissenschaftlichen Fächer.

Je nach Alter gibt es verschiedene Vorführungen: Mal geht es um den Sternenhimmel, mal um die Entstehung des Universums und in älteren Jahrgängen um schwarze Löcher. „Man muss nicht alles verstehen, aber wenn es dann später im Unterricht behandelt wird, haben die Schüler das schonmal gehört“, sagt Friedrich.

Die Kapazitäten reichen nicht aus, damit alle Schüler Vorführungen besuchen können. Da Themen wie Sterne, Weltraum und die Entstehung des Universums im Rahmen des Physikunterrichts auf dem Stundenplan der siebten Klassen und der Jahrgangsstufe EF stehen, sind diese zuerst an der Reihe. Schüler anderer Klassen konnten sich für die Restzeiten anmelden.

Astronomie im Unterricht relativ neu

Dass überhaupt ausführlich über Astronomie im Unterricht gesprochen wird, ist laut Friedrich recht neu. Erst kürzlich wurden größere Astronomie-Themenblöcke dem Lehrplan der Unter- und Oberstufe hinzugefügt.

Doch der Unterrichtsalltag sei mitunter schwierig. „Wir haben zwei Teleskope, aber das ist massiv wetterabhängig“, so Friedrich. Zwar habe er die Hoffnung, dass man mittels Tablet und Augmented Reality (erweiterte Realität) den Unterricht bald spannender gestalten könne. Doch aktuell werde noch viel mit Büchern und Filmen gelernt. „Physik an sich ist ja statistisch eher unbeliebt“, sagt er.

Umso mehr soll der Besuch des Pop-up-Planetariums aus Friedrichs Sicht nun ein Anstoß sein. „Wir hoffen, dadurch mehr Schülerinnen und Schüler für den Mint-Bereich begeistern zu können.“

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