Info-Veranstaltung zur Gartenbreie

Verkehr wird noch zunehmen

Münster-Gievenbeck

„Wir haben in ein Wespennest gestochen“, sagte Susanne Severin. Mit Michael Jelinski moderierte sie im Fritz-Krüger-Seniorenzen­trum die Bürgerversammlung zur Verkehrssituation  an der Straße „Gartenbreie“ .

Siegmund Natschke

Die Anwohner Michael Jelinski (l.) und Susanne Severin sowie Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine suchen nach einer verkehrspolitischen Lösung für die Gartenbreie. Besonders in der Kurve der Gartenbreie (kl. Bild) sei es für die Verkehrsteilnehmer gefährlich, monieren die Anwohner. Dort gebe es auch riskante Wendemanöver. Foto: sn

Diejenigen, die vorne standen, und die etwa 50 Bürger im Publikum haben eines gemeinsam: Sie wohnen an der Gartenbreie und ärgern sich darüber, dass die Straße für viele zu einem Schleichweg zum „Marktkauf“ geworden ist. Dagegen wollen sie etwas tun. Am Samstag gab es als erstes jedoch eine Hiobsbotschaft.

Und das war noch nicht einmal die Prognose von Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine, der ein wenig in die Glaskugel schaute: „Es wird nicht besser, es wird für Sie schlimmer werden“, meinte er angesichts der 3000 bis 3500 Neubürger, die in das bald bebaute Oxford-Quartier ziehen werden. Das sahen die Anwohner ähnlich. Sie schockierte vielmehr die mangelnde Gesprächsbereitschaft der Stadt. „Die Verwaltung hat uns schriftlich abgesagt“, erklärte Severin. Grund: Sie würde nur nach den Paragraphen entscheiden und dürfe die Anwohner gar nicht anhören. Angesichts dieses Verhaltens zeigte sich Brinktrine „fassungs- und sprachlos“. Zumal die Situation an der Gartenbreie „eine Katastrophe“ sei. Die von so vielen genutzte Zufahrt zum Einkaufszentrum sei „ein nicht genehmigter Zustand“, aber für viele „bequem“.

„Ursprünglich war die Gartenbreie eine Sackgasse“, stimmte Jelinski zu. Dies gehe auch aus dem Bebauungsplan aus dem Jahr 2001 hervor. „Hier kann nicht viel passieren“, dachte er sich wie andere Anwohner auch.

Es sollte jedoch anders kommen. Die abgeflachte Zufahrt zu den Großmärkten sei nicht genehmigt und verwandele die Sackgasse der Gartenbreie in eine Durchfahrtsstraße, die seit dem Umbau von Marktkauf zunehmend genutzt werde.

„Hier fürchtet man um sein Leib und Leben“, meinte eine Anwohnerin angesichts der zügellosen Verkehrsströme. Riskante Wendemanöver gebe es und Stau bereits im Kreisverkehr an der Dieckmannstraße.

Die Anwohner haben inzwischen eine Bürgeranregung nach Paragraf 24 der Gemeindeverordnung NRW an den Rat gestellt, die insbesondere die Gefahrenlage von Kindern, Schülern und Senioren thematisiert. Was sie besonders aufregt: Aktuell liege beim Bauamt ein Bauantrag, der explizit die Gartenbreie als „Erschließungsstraße“ deklarieren soll. Die Anwohner wollen das Gegenteil: In ihrem Antrag an die Stadt fordern sie die Schließung der Gartenbreie. Der Kundenparkplatz sei auch über die Roxeler Straße gut zu erreichen.

Viele unterzeichneten die Unterschriftenliste. Bezirksbürgermeister Brinktrine versprach, sich für einen Vor-Ort-Termin mit der Verwaltung einzusetzen. Außerdem werde die Gartenbreie in die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung West am 26. September aufgenommen.

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