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Wunsch der Elterninitiative

Wurzelkinder wollen Kita werden

Münster-Gievenbeck

Es gibt noch einige Hürden zu nehmen, doch das Ziel haben die Verantwortlichen der Elterninitiative Wurzelkinder fest im Visier: Aus der Großtagespflege soll eine Kita werden.

Kay Böckling

Christiane Kawon und Svenja Heinen (v.l.) betreuen die Wurzelkinder und wollen künftig als Kita arbeiten. Foto: kbö

Von der Großtagespflege zum Natur- und Waldkindergarten – es ist ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Elterninitiative „Wurzelkinder“ da gesteckt hat. Das Vorhaben: eine Kita für 15 bis 20 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren, die 35 oder 45 Stunden in der Woche betreut werden. Das Konzept ist ganz auf die Natur und den Wald ausgerichtet und ähnelt der derzeitigen Philosophie der Kinderbetreuung.

Die Großtagespflege besteht seit 2014 und ging aus einer Spielgruppe hervor, die Christiane Kawon und Svenja Heinen 2011 gründeten. Auf ihrem Weg zur Großtagespflege meisterten die Verantwortlichen diverse Hürden. Mit dem Bau der „Hütte“ hinter dem Haus Mariengrund im Sommer 2014 erfüllten sich die Verantwortlichen den Wunsch, als Großtagespflegestelle arbeiten zu können.

Derzeit besuchen acht Kinder zwischen eineinhalb und drei Jahren die Wurzelkinder. Christiane Kawon und Svenja Heinen kümmern sich täglich von 8 bis 12 Uhr um die Jungen und Mädchen. Die Krux: In der Regel heißt es nach einem Jahr wieder Abschied nehmen, da die Kinder ab drei Jahren in den Kindergarten oder in eine Kita gehen. „Es ist jedes Jahr wieder traurig, die Kinder in den Kindergarten entlassen zu müssen“, sagt Heinen. Gerne hätten die Eltern auch bis zum Schuleintritt ein „Wurzelkind“. Bis zur Gründung einer Kita oder eines Kindergartens ist es ein weiter Weg. Mit der Gründung des Vereins „Wurzelkinder Münster“ haben die Initiatoren aber den ersten Schritt getan. Weitere sollen folgen.

Eine unabdingbare Vor­aussetzung ist, dass die Stadt Münster und deren politische Gremien den Verein als Träger der freien Jugendhilfe anerkennen. Einen entsprechenden Antrag haben die Verantwortlichen der Wurzelkinder bereits gestellt. Der Wunsch ist, vielleicht schon im kommenden Kindergartenjahr als Kita oder Kindergarten arbeiten zu können.

Als „sehr sportlich“ bezeichnet Frank Philipp vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien diesen zeitlich gesteckten Rahmen: „Wir begleiten dieses Vorhaben und die Antragstellung sehr offen.“ Der Verein erfülle eine ganz wichtige Voraussetzung, um als Träger anerkannt zu werden: Eine mehrjährige Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit. Ob letztlich der Bedarf an Kita-Plätzen vor Ort gegeben sei, müsse geprüft werden: „In Gievenbeck ist er unseres Wissens nach nicht so groß.“

Dem widerspricht Svenja Heinen und verweist auf das Konzept des Natur- und Waldkindergartens: „Die Kinder sind täglich draußen auf dem Naturspielplatz mit der schönen, roten Schwedenhütte. Sie gehen in den Wald, zu den Kühen des Nachbarhofs Dieckmann und erleben die Natur, die Jahreszeiten – vor allem Kreativität und Freiheit.“

Gerade im Hinblick auf dieses Konzept würde sich das Interesse der Eltern über den Stadtteil hinaus ergeben. „Bereits jetzt kommen die Kinder aus verschiedenen Stadtteilen wie Roxel oder dem Kreuzviertel.“ Die Nachfrage bei ähnlichen Einrichtungen (Waldkindergarten Dyckburgwald) sei enorm.

Zum Thema

Zu einem Tag der offenen Tür lädt die Natur- und Waldgroßtagespflege Wurzelkinder am Samstag (14. November) ein. Es besteht von 15.30 bis 17 Uhr die Möglichkeit, das Gelände hinter Haus Mariengrund (Nünningweg) zu erkunden und sich über das Konzept zu informieren.

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