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Bekannte Band „Äni“(x)väx“ probte in Gievenbeck

Gute Erinnerung an den Bunker

Münster-Gievenbeck

Äni(x)väx schrieben in den 1980er-Jahren bundesweit Punk-Geschichte – von Münster aus. Damals probten sie auch im Hochbunker in Gievenbeck. Dort entstanden zentrale Aktionen jener Band, deren 2021 erschienene Langspielplatte „Schock und Drama“ derzeit der Renner ist – bei alten und bei neuen Fans, nicht nur in Münster.

Von Peter Sauer

Äni(x)väx probte 1988/89 im Bunker an der Hensenstraße. Foto: D. Harhues

Aus dem Hochbunker an der Hensenstraße dringt wildes Geschrei mit klaren Botschaften gegen Rechts und Spießertum, aufheulenden Gitarren im rauen Punk-Beat. Immer wieder neu von vorne. Denn – was erst jetzt durch das Booklet eines aktuell veröffentlichten Albums herausgekommen ist: 1988/89 probte Münsters bekanntester Export in Sachen Punkmusik, die Band Äni(x)väx, für ihr Comeback in eben diesem Gievenbecker Hochbunker.

Erste Auflage so gut wie vergriffen – Nachschub folgt

Das Besondere: Zu Lebzeiten der Band ist nie eine Platte erschienen. Das wurde jetzt nach 32 Jahren mit der LP „Schock und Drama“ nachgeholt. 13 Aufnahmen die – ganz ohne Patina – auch 2021 noch zeigen, dass guter deutscher Punk nicht nur aus Düsseldorf kommt.

„Die erste Auflage unserer Platte ist fast vergriffen, die bunte Sonder-Edition rissen uns die Fans nach der Veröffentlichung Mitte Mai aus den Händen“, staunt Adam Riese nicht schlecht im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der heutige IT-Mathematiker und bekannte Moderator war Sänger bei Äni(x)väx. Erst jetzt ging er auf Spurensuche. „Der Hochbunker, in dem Ende 1988/1989 unser Proberaum war, steht nicht mehr, ebenso wie der Getränkemarkt, der direkt daneben war. Heute stehen da Wohnhäuser mit der Adresse Hensenstraße 192 bis 196.“

Wo früher ein Hochbunker stand, in dem die berühmte Punk-Band Änix)väx probte, stehen heute schmucke Wohnhäuser. Foto: Peter Sauer

Riese bedauert, dass der Probenraum nicht mehr da ist: „In dem Hochbunker hatten wir unsere letzte Show im Odeon vor 600 Leuten zugunsten von Teddy Conetti komplett geplant, der im Hochwasser alle seine Gitarren verloren hatte. Und im Bunker in Gievenbeck haben wir uns auch einen Käfigtanz à la Punkrock ausgedacht. Ich bin als Sänger also zu der blonden Tänzerin in den Käfig gestiegen und wir haben den Gievenbecker Stahlkünstler Uly Pätsch engagiert, für uns diesen Käfig zu bauen.“

Zudem gab es ein Drummer-Casting, wo sich Hirzel Hirzelnsen durchgesetzt hatte. In der Originalbesetzung von Äni(x)väx spielte noch der Ur-Gievenbecker Steve Jeske (heute: Sanitärklempner) das Schlagzeug.

Äni(x)väx-Sänger Adam Riese im Sommer 2021 mit der im Mai erschienenen Äni(x)väx-LP "Schock und Drama. In Münster erhältlich bei Green Hell, Kernkrach Records, Poptanke, eXtrabuch und Salamon. Oder beim Label www.power-it-up.de Foto: PD
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