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Ausstellung „Grenzerfahrungen“ 

Botschaften gegen die Abschottung

Münster-Handorf

16 Bilder sind seit Freitag im Gemeindehaus an der Zionskirche ausgestellt. Sie zeigen die Verzweiflung Geflüchteter und sollen eine Warnung aussprechen. „Grenzerfahrungen“ ist noch bis November in Handorf zu sehen.

Die Ausstellung „Grenzerfahrungen“ ist bis zum 10. November im Gemeindehaus der Zionskirche zu sehen. Pastoralreferent Hans-Dieter Sauer, Bezirksbürgermeister Benedikt Spangenberg, Dr. Brigitte Hornstein von Pax Christi und Pfarrer Sacha Sommershof (v.l.) sind angesichts „eindrucksvoller Bilder“ begeistert.

Bezirksbürgermeister Benedikt Spangenberg ist „stolz auf unser Asylrecht“. Nachzulesen ist dieses in Artikel 16a des Grundgesetzes: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ Gleichzeitig mache der Untertitel der aktuell laufenden Ausstellung „Grenzerfahrungen“ aber das Gegenteil deutlich: „Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet“.

So nimmt es Dr. Brigitte Hornstein von der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi wahr. Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitagnachmittag warnte sie: „Wir schotten uns in Europa immer mehr ab.“

Aktualität durch globale Konflikte

Mit der mehrteiligen Bilderserie im Gemeindehaus an der Zionskirche sollten gleichzeitig eine Warnung und der Appell zum Hinschauen ausgesprochen werden: „Das gelingt, weil die Bilder sehr ergreifend sind – das sind Botschaften, die direkt ins Herz gehen.“

Angesichts des Krieges in der Ukraine, aber auch der zahlreichen gewaltvollen Konflikte im Nahen Osten sei das Thema aktueller denn je. Pastoralreferent Hans-Dieter Sauer informierte aus der 2015 gegründeten Flüchtlingshilfe Münster-Ost: „Bis 2018 haben wir in der ersten sogenannten Flüchtlingskrise etwa 400 Menschen aufgenommen, seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine nehmen die Zahlen wieder zu.“

Vor Ort könne man zwar die Symptome lindern, müsse aber auch die Ursachen von Flucht und Vertreibung deutlich thematisieren: „Genau hier knüpft die Ausstellung erfolgreich an, weil sie die ganze Verzweiflung der Menschen klar darstellt.“

Einladung zur Diskussion

Pfarrer Sacha Sommershof empfindet die Ausstellung im Gemeindehaus als Chance für alle Interessierten, die eingeladen seien, sich mit der globalen Situation auseinanderzusetzen. Aktuell sei auch die Jahreslosung mit den Worten Jesu aus dem Johannes-Evangelium: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Die Ausstellung sei für alle Beteiligten eine „Möglichkeit und Einladung der Diskussion.“

Hornstein fasste den Begriff der Grenzen noch etwas weiter: „Es geht ebenfalls um unsere menschlichen und individuellen Grenzen, die uns dazu bewegen zu helfen, aber auch diese Hilfe nicht anzubieten.“

Die Ausstellung zeigt 16 Einzelplakate und wurde vom Förderverein Pro Asyl, Pax Christi und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden entworfen. Im Rahmen der Ausstellung laden die Veranstalter am Sonntag (30. Oktober) ab 18 Uhr zu einem Abendgottesdienst sowie am 9. November zu einem interkulturellen Abend in die Zionskirche ein.

Die Ausstellung ist immer sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Termine für Gruppen sind nach Vereinbarung (

 0251/2 70 48 40) möglich.

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