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kfd St. Petronilla

Frauengemeinschaft feiert 110-jähriges Bestehen

Münster-Handorf

Die katholische Frauengemeinschaft St. Petronilla wird 110 Jahre alt. Zwei Frauen aus dem Leitungsteam blick zurück auf die Gründungsphase und erzählen, was die kfd heute ausmacht und wie der Spagat zwischen Moderne und Traditionen gelingen soll.

Von Joel Hunold

Sylvia Honermann (l.) und Ingrid Dauskardt Foto: Joel Hunold

Die katholische Frauengemeinschaft St. Petronilla hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. „Die Frauen sind selbstbewusster geworden als vor 110 Jahren“, sagt Ingrid Dauskardt aus dem Leitungsteam hinsichtlich der Gründung der kfd im Jahre 1912.

Früher seien die Frauen als werdende Mütter in die kfd eingetreten. Beim Blick in die Unterlagen entdeckte Dauskardt „viele alte Bauernfamilien, die die Frauengemeinschaft mitbegründet haben“. Dementsprechend waren die Themen besetzt: Es ging um gegenseitige Unterstützung bei der Kindererziehung und die Bewältigung des familiären Alltags.

Die heutige kfd ist breiter aufgestellt: Es gibt Sport- und Tanzgruppen, liturgische Treffs, die „Single Ladys“, eine Theatergruppe, Krimilesungen sowie Veranstaltungen zu Themen wie Bestattungen oder E-Bike-Fahrtrainings, erzählt Sylvia Honermann, ebenfalls aus dem Leitungsteam. Es sei „eine Herausforderung, nicht altbacken zu sein, aber trotzdem an Traditionen festzuhalten“. Denn neben modernen Formaten finden auch das Beten an Gründonnerstag oder die Karfreitagsliturgie Anklang.

Engagement für Rechte der Frauen

Allgemein sei die kfd mit den Jahren politischer geworden, habe sich stets für die Rechte der Frauen und Gleichberechtigung eingesetzt, „nicht nur vor Ort, sondern auch über den Bundesverband“, sagt Dauskardt. „Bei uns dürfen alle mitmachen. Nur eine Frau müssen sie sein“, sagt Honermann.

Diskussionen rund um Machtmissbrauch, Missbrauchsfälle und den Wandel in der katholischen Kirche fänden auch in der kfd St. Petronilla statt. Für die meisten Mitglieder seien sie jedoch kein Grund, die Kirche oder die Frauengemeinschaft zu verlassen. Stattdessen probieren die Frauen, den Wandel von innen voranzutreiben.

Fahrten und Veranstaltungen sollen wieder stattfinden

Auch für die 400 Kfdlerinnen in Handorf waren die vergangenen zwei Jahre schwierig. Das Leitungsteam merke, dass sich viele aus Angst zurückgezogen haben. „Wir haben unsere Mitglieder aufgefordert, aktiv zu bleiben und nicht in Lethargie zu verfallen“, sagt Dauskardt. Auch während der Pandemie hat die kfd kleinere Veranstaltungen angeboten. Nun wollen sie wieder größer planen und auch Fahrten anbieten, denn allgemein sei die Nachfrage da: „Wenn wir einladen, sind die Plätze im Bus schnell belegt“, erzählt Honermann.

Am 13. März (Sonntag) wird ein großer Brunch anlässlich des 110-jährigen Bestehens stattfinden. Für den 20. Mai (Freitag) ist die mehrfach verschobene Jahreshauptversammlung geplant.

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