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Erster Hobby-Horsing-Wettbewerb in Münster

Mit Steckenpferd zum Reitturnier

Münster-Handorf

An der Westfälischen Reit- und Fahrschule gingen jetzt auf Einladung des Jugendsprecherteams des Pferdesportverbandes Westfalen am Wochenende 15 Mannschaften an den Start. Doch bei den Pferden handelte es sich nicht um normale Tiere.

Von Marion Fenner

Ordnung muss sein: Die Pferde waren ordentlich eingeflochten, die Mannschaften traten im einheitlichen Outfit auf. Foto: Marion Fenner

Ein eigenes Pferd, Dressur oder Springen reiten, an Turnieren teilnehmen – ein Traum, der auch ohne viel Geld in Erfüllung gehen kann. „Hobby Horsing“ heißt die Alternative, die sich zurzeit steigender Beleibtheit erfreut. Dabei wird auf Steckenpferden geritten. An der Westfälischen Reit- und Fahrschule gingen jetzt auf Einladung des Jugendsprecherteams des Pferdesportverbandes Westfalen (JustWe) am Wochenende 15 Mannschaften mit vier bis acht Teilnehmern an den Start. „Etwa 80 ,Reiter und Reiterinnen sind hier am Start“, erklärte Judith Schleicher, die das JustWe-Team betreut.

Dressur, ein Zeitspringen und ein Geschicklichkeitswettbewerb gehörten zu den Aufgaben. „Gesattelt“ wurden Steckenpferde, die laut Ausschreibung zumindest eine pferdetypische Farbe haben sollten. Braune, Füchse, Schecken, Schimmel und auch ein Norwegerpony mit zweifarbiger Mähne waren am Start. Die Pferde mussten auch ein Zaumzeug tragen, denn in der Dressurprüfung bewertet das Richterduo Denise Högel und Vanessa Warncke auch die korrekte Zügelhaltung.

Hobby Horsing hat Ursprung in Finnland

„Hobby Horsing ist eine richtige ernstzunehmende Sportart, deren Ursprung in Finnland liegt“, erklärt Warncke. Dort gebe es richtige Meisterschaften. Hobby Horsing ist mehr als nur mit einem Steckenpferd zu spielen. Wobei gemütliche spielerische Ausritte zuhause natürlich auch möglich sind.

„Bei dieser Veranstaltung soll in erster Line der Spaß im Vordergrund stehen“, betonte Schleicher. Das Ziel wurde erreicht. Die Veranstaltung war ein großes Familienevent. Die Steckenpferde wurden gegenseitig bewundert und wenn die „Reiter“ eine Pause benötigten, stellten sie ihre Pferdchen auf dem Ponyparkplatz ab.

Die Prüfungen allerdings wurden sehr ernst genommen. Die Pferde waren ordentlich eingeflochten, die Mannschaften traten im einheitlichen Outfit auf. Anschließend kommentierte und benotete Denise Högel die Ritte. Die Wertungsrichterinnen achteten auf korrekt ausgeführte Hufschlagfiguren, die richtigen Abstände zwischen den Pferden und schöne Bewegungen, für die dann natürlich voll und ganz der Reiter verantwortlich ist. Bein Springen – die Hindernisse waren dabei bis zu 50 Zentimeter hoch – ging es um Fehlerpunkte und Zeit – genau wie bei einem Turnier mit echten Vierbeinern.

Denise Högel

„Hobby Horsing boomt in Deutschland“, berichtet Denise Högel, die derzeit an jedem zweiten Wochenende in Deutschland als Richterin unterwegs ist. „Ich übersetze gerade das finnische Regelwerk und bin mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung im Gespräch, diese Sportart zu etablieren.“

Nachgefragt habe sie auch bei anderen Sportverbänden, aber die hätten bisher abgelehnt. Angeboten wird Hobby Horsing als Turniersport sowohl von Sport- als auch von Reitervereinen. „Wir wollen mit dieser Auftaktveranstaltung Vereine motivieren, ebenfalls Turniere auszuschreiben“, sagt Schleicher.

Den Reitweisen seien dabei übrigens keinen Grenzen gesetzt, betont Högel. Sogar Westernreiten oder Galopprennen werden auf Steckenpferden geritten. Sport ist Hobby Horsing auf jeden Fall. Und wenn bei den olympischen Spielen nach den Bildern aus dem modernen Fünfkampf die Diskussion aufgekommen ist, ob es noch zeitgemäß sei, ein Pferd einfach nur als Sportgerät zu nutzen, dann ist das in diesem Fall problemlos erlaubt.

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