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Schallplattenbörse in der Stadthalle Hiltrup

Auf Schatzsuche nach Vinyl

Münster-Hiltrup

Wer hätte das gedacht? Die alte Schallplatte ist lebendiger denn je. Das wurde auf der Schallplattenbörse in der Stadthalle Hiltrup deutlich. Die Gründe sind vielfältig – und reichen von der Nostalgie über die Haltbarkeit bis hin zum Klang.

Von Helga Kretzschmar

Die Schallplattenbörse in der Stadthalle war ein Erfolg. Foto: Kretzschmar

Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft. Viele Fans der guten alten Vinylplatte kamen von weit her, um in Hiltrup auf Schatzsuche zu gehen. Das zeigten allein die Straßenkennzeichen der Autos, die am Parkplatz der Stadthalle abgestellt waren.

Der Trend zur schwarzen Scheibe hält bereits seit 2007 an – mit einer steten Kurve nach oben. Das bestätigten die Besucher, die der CD kaum Aufmerksamkeit schenkten. „Die CD hält keine dreißig Jahre“, sagte der Organisator der Schallplattenbörse, Alexander Lauber von der gleichnamigen Agentur. Auch er beobachtet den Trend zur Nostalgie, den vor einigen Jahren wohl niemand vorausgesagt hätte. So tourt Lauber besonders in der kälteren Jahreszeit durch die Städte, wobei er die Nähe zu Universitäten sucht. Ein weiterer Trend: Waren es vor etwa zehn Jahren eher Ältere, die die Börsen besuchten, sind es heute vermehrt jüngere Menschen.

Auch junge Menschen greifen zu Vinyl

Auf der Suche nach einem besonderen Musikgenre war Thomas Fischer, der aus Ahlen angereist war. Heavy Metal ist seine Musik. „Ich mag es nicht, Musik aus dem Netz zu ziehen“, sagte er. Er liebt das Haptische an den alten Vinylplatten. Und den Sound – er sei auf den Schallplatten nicht so blechern. „Ich fiebere schon die ganze Zeit diesem Termin entgegen“, hat er sämtliche Termine von Schallplattenbörsen im Kopf.

Vierzig Aussteller – von Jazz bis Heavy Metal

Es war schon überwältigend, was die über vierzig Aussteller da so in der Stadthalle zu bieten hatten. Musik der 70er- bis 90er-Jahre, aus den Zeiten also, als Schallplatten noch den Musikmarkt bestimmten. Von Heavy Metal und Krautrock über Jazz, Soul und Funk bis zur elektronischen Musik war alles dabei, was das Sammlerherz begehrte.

Manche Aussteller sortierten ihre Schätze nach den Interpreten, manche nach dem jeweiligen Genre, sodass der Besucher gezielt seinen Neigungen und seinem Geldbeutel entsprechend suchen konnte. Die Preise waren moderat. Für zwei bis 30 Euro gingen die Platten über den Tisch, manche Raritäten konnten auch schon mehrere Hundert Euro kosten.

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