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Projekt „Nette Toilette“ in Hiltrup

Bezirksvertretung will Antrag formulieren

Münster-Hiltrup

Die Bezirksvertretung unterstützt die Idee der „netten Toilette“ in Hiltrup. Doch die Stadt Münster soll zahlen. Deshalb wird in Kürze ein Antrag auf den Weg gebracht.

Von Michael Grottendieck

Hiltrup hat Interesse am Konzept der neuen Toilette Foto: dpa (Symbolbild)

Wohin, wenn es drückt? An der Marktallee ist es bis heute eine beklemmende Frage. Im Ortskern fehlt bekanntlich eine öffentliche Toilette.

Der Bau wäre eine Investition, die schnell einen hohen sechsstelligen Eurobetrag erreichen würde. Das wäre völlig illusionär. Alternativen sind gefragt. Über eine konkrete Alternative haben die Hiltruper Gewerbetreibenden so intensiv wie selten nachgedacht.

Toiletten, die es bereits in Gaststätten und anderen Betrieben gibt, werden öffentlich zugänglich. Im Gegenzug soll es eine pauschale Entschädigung geben für diejenigen, die sich an diesem Konzept beteiligen. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Gewerbevereins hieß es, die Bereitschaft von mehr als zehn Gewerbetreibenden, dabei mitzuziehen, sei gegeben.

Funktioniert in 340 Städten Deutschlands

Das Modell funktioniert deutschlandweit bereits in 340 Städten. Es heißt „nette Toilette“. Die Gewerbetreibenden möchten es für ihre Kunden und alle Besucher in Hiltrup einführen. Aber einer muss zahlen. „Das ist Aufgabe der Stadt Münster“, haben die Gewerbetreibenden erklärt. In der BV kam das Anliegen auf den Tisch. „Ist geplant, dass die Stadt das zahlt? Oder muss die Bezirksvertretung das tragen?“, fragte Ulrich Eckervogt (FDP) detailliert nach. Immerhin ist die Rede von laufenden Kosten von 10 700 Euro pro Jahr plus einer einmaligen Zahlung von 4225 Euro für Lizenzgebühren an den Erfinder und Vermarkter der „netten Toilette“, der in Baden-Württemberg sitzt.

Ratsmitglieder werden um Unterstützung gebeten

Die Bezirksvertretung will einen Antrag formulieren, damit die Stadt die laufenden Kosten schultert. Die Ratsmitglieder aus dem Stadtbezirk sollen gebeten werden, das Anliegen in den anstehenden Etatberatungen 2021/22 zu unterstützen.

„Das ist vielleicht die Lösung für unser Dilemma, das wir in Hiltrup haben“, meinte Bezirksbürgermeister Wilfried Stein. Friedhelm Schade (SPD) hielt das Anliegen für „begrüßenswert und wünschenswert“. Martin Schulze-Werner (CDU) zeigt sich ebenfalls aufgeschlossen: „Einen Versuch ist es allemal wert.“

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