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Vorsitzender des Briefmarkensammlervereins öffnet seine Schatulle

Briefmarken-Schätze zeigen Hiltruper Besonderheit

Münster-Hiltrup

Hiltrup auch schon früher ein große Marke, im wahrsten Sinne des Wortes. Das zeigen besondere philatelistische Schätzchen, die Rolf Janssen entdeckt hat.

Peter Sauer

Lauter Briefmarken von Rolf Janssen mit Hiltrup-Stempel. Foto: pesa

Hiltrup war vor der Kommunalreform zum 1. Januar 1975 nicht nur eigenständig, sondern auch schon früher ein große Marke, im wahrsten Sinne des Wortes. Das zeigen besondere philatelistische Schätzchen, die Rolf Janssen entdeckt hat.

So entfaltet Hiltrup auf zahlreichen Sammlerbriefen eine überraschende Größe. „Auffällig ist die Kontinuität der Hiltruper Poststempel. Vom Deutschen Kaiserreich bis in die 1950er Jahre steht Hiltrup in großen Lettern auf den schwarzen Stempeln, und zwar deutlich größer als heute“, sagt der Vorsitzender vom Briefmarkensammlerverein Münster, der seit rund 40 Jahren in Hiltrup wohnt.

„Das Auffällige ist, dass große Letter eigentlich nicht für kleine Orte üblich waren.“ Wohl aber für Hiltrup. Alte Briefmarken belegen das. Das erste Mal findet Rolf Janssen die größeren Hiltrup-Stempel auf der sogenannten „Germania-Serie“ des Kaiserreichs. Der Hiltruper Sammler hat witzigerweise eine Briefmarke mit der Schnapszahl „22.2.22, 12 Uhr“. Sie ist also heute auf den Tag genau 99 Jahre alt und wurde mittags in Hiltrup frankiert.

Es folgen die sogenannten „Freimarken“ der Weimarer Republik. Eine 15-Pfennig-Marke zeigt den Philosophen Immanuel Kant. „Dass Hiltrup ja auch ein gleichnamiges Gymnasium hat, ist ein schöner Zufall.“ Auch auf der „Theodor-Heuss-Ausgabe“ (40 Pfennig) des ersten Bundespräsidenten mit Stempel von 1959 zeigt sich Hiltrup in großen Lettern als Poststempel.

„Erst in den 1960er Jahren wird der Stempel verändert“, sagt Rolf Janssen. „So steht im oberen Bogen „Hiltrup“, im unteren Bogen des Stempels immer „Kreis Münster“ (Westfalen)“.

In den 1970er Jahren kommt der Poststempel mit der Postleitzahl „4401“ heraus, ab 1975 dann als „Münster-Hiltrup“. Die Marken kann man auch genau den Postschaltern zuordnen, damals stand das kleine „c“ im Stempel für das Hiltruper Postamt.

Das Kaiserliche Postamt stand ab 1904 an der Bahnhofstraße, heute Marktallee 32 (Haus Grosche). 1943 wurde es durch eine Bombe schwer beschädigt. Als Postmeister Heinrich Poether 1912 zum Leiter des Postamtes Hiltrup berufen wurde, zog er mit seiner Familie von Horstmar nach Hiltrup. Die Eheleute Poether zogen mit ihren drei Kindern, darunter der spätere Kaplan Bernhard Poether, in ein Haus in der ehemaligen Klosterstraße, heute „Am Klosterwald“.

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