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Gutenberg-Realschule bleibt im Kontakt mit dem 97-jährigen Sally Perel

Das große Ziel lautet Olympia 2024

Münster-Hiltrup

Sally Perel ist bereits öfter mit den Schülerinnen und Schülern im Gespräch gewesen. Der 97-jährige, der in Israel lebt, hat die NS-Zeit überlegt. Er erzählt auch von seinen weiteren Zielen.

„Hass ist ein schlechter Berater des Menschen“, sagt der 97-jährige Sally Perel, der in Israel lebt und den Schülerinnen und Schülern der Johannes-Gutenberg-Realschule digital zugeschaltet war. Der Holocaust-Überlebende beantwortete auch Fragen der Schüler. Foto: privat

„Ich wurde mein Feind!“, sagt der Zeitzeuge in die Stille der Klassenräume an der Johannes-Gutenberg-Realschule (JGRH) zu den Schülerinnen und Schülern des Abschlussjahrganges zehn. Der Zeitzeuge ist Sally Perel – und er erläutert der Schülerschaft den inneren Kampf seiner verschiedenen Identitäten, die ihm in der Zeit des Nationalsozialismus sein Überleben gesichert hatten. Denn: Ein jüdischer Junge in der Hitlerjugend, das ist ein Umstand, der in dieser Zeit absolut undenkbar erscheint.

Die JGRH hatte sich vor Kurzem mit ihrem Paten des Bundesprogramms „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage!“ zu einem Online-Gespräch verabredet.

Überleben gesichert

Sally Perel lebt in Israel, ist stolze 97 Jahre alt und berichtete den Jugendlichen von seinen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Er erzählte von den Situationen des Versteckens, der Angst, der tiefen Freundschaft und der Begeisterung der damaligen Jugend. Er berichtete auch davon, wie diese Jugend durch das Regime verblendet worden ist. Er erläuterte eindrucksvoll die zahlreichen Momente, in denen er zwischen seinen Identitäten balancierte, um sein Überleben im Krieg zu sichern.

Die letzten an ihn gerichteten Worte seiner Mutter waren ihm dabei stets eine Stütze: „Du sollst leben!“ Auch die aktuelle Lage des Krieges im Osten ordnete der Zeitzeuge für die Schülerschaft ein, zum einen aus der Sicht seiner 97-jährigen Lebenserfahrung und weiterhin aus der Sicht eines sechzehnjährigen Jungen, der er selbst vor 80 Jahren gewesen war und der den Krieg leibhaftig hat erfahren müssen.

„Hass ist ein schlechter Berater“

Den Schülern gibt er auf ihren Lebensweg mit, dass „Hass ein schlechter Berater des Menschen“ sei und die Jugend alles für den Frieden in der Zukunft tun müsse.

Die abschließende Frage der Schülerin Laura nach 90 Minuten Vortrag und Fragerunde, was Sally Perel in seinem Leben gerne noch erreichen wolle, beantwortete dieser mit einem Lächeln. „Die Olympiade 2024 von Paris erleben und gesund 100 Jahre werden.“

Kontakt besteht seit Jahren

Der Organisator des Zeitzeugengespräches, Lehrer Tobias Hoppmann, bedankte sich abschließend für das große Engagement bei dem Zeitzeugen und ebenso bei Malte Bock von der Konrad-Adenauer-Stiftung, welche seit vielen Jahren der JGRH als Partner zur Seite steht. „Ich fand es so bewegend, dass das alles nicht erfunden, sondern wirklich passiert ist. Wir haben Sally Perel vor uns gesehen und nicht im Geschichtsbuch“, sagte eine Schülerin.

„Auch ich bin sehr dankbar dafür, dass unser Kollege Tobias Hoppmann diesen Kontakt über Jahre pflegt und unseren Schülern wertvolle Eindrücke von historischer Tragweite ermöglicht. Es waren wieder Gänsehautmomente, Sallys Erzählungen zu folgen. In den Sprechpausen hätte man bestimmt eine Stecknadel fallen hören können“, sagt Schulleiter Ulrich Hesselkamp.

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