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Aktion für Tierwohl, Klimaschutz und Landschaftsschutz

280 Teilnehmer protestieren friedlich gegen den geplanten Schweinemaststall

Münster-Hiltrup

Der Protestspaziergang am Sonntag ist die erste große gemeinsame Aktion der Bürgerinitiative Emmerbach gewesen. Dem Aufruf zur Demonstration gegen den geplanten Schweinemaststall waren unerwartet viele Bürger gefolgt. Die Polizei sprach von 280 Teilnehmern und sechs Hunden.

Von Michael Grottendieck

Auf unerwartet große Resonanz ist am Sonntag der Protest-Spaziergang gestoßen, zu dem die Bürgerinitiative gegen den geplanten Bau einer Schweinemastanlage am Rande der Hohen Ward in Hiltrup-Ost aufgerufen hatte. Foto: gro

„Reiht euch ein!“ Das Ehepaar, das zunächst noch vom Rand aus zuschaute, kam der Aufforderung ihrer Nachbarn bereitwillig nach. Auch sie liefen mit durch die Hohe Ward, um gegen den geplanten Schweinemaststall zu demonstrieren. Gefühlt war nahezu das gesamte Emmerbachviertel unterwegs. Die Polizei zählte „280 Teilnehmer und sechs Hunde“.

Der Protestspaziergang ist die erste große gemeinsame Aktion der Bürgerinitiative Emmerbach. Im März, wenige Wochen nach Bekanntwerden des Vorhabens, gründete sich die Initiative. Sprecher wurden zwei ehemalige Leiter großer Einrichtungen in Hiltrup, der Deutschen Hochschule der Polizei sowie des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums, Klaus Neidhardt und Paul Thelosen.

In Pandemiezeiten fand man sich zunächst überwiegend in Videokonferenzen zusammen, bastelte an einer Homepage und an Flyern. Und jetzt ging es erstmals auf die Straße. „Wir wollen uns später nicht vorwerfen lassen: Warum seid ihr nicht auf die Straße gegangen?“, erklärt Manfred Manning, lange Jahre Vorsitzender der hiesigen CDU und Mitglied des Gründungsteams der Bürgerinitiative.

„Zeigen wir durch die Teilnahme an dem Protestspaziergang unmissverständlich unsere Ablehnung eines vollkommen unzeitgemäßen Schweinemaststalls in unserem schönen Naherholungsgebiet!“, hatte die Bürgerinitiative mobilisiert.

„Wir wollen jetzt ernst machen mit Tierwohl, Klimaschutz und Landschaftsschutz.“ Das alles hört sich sehr politisch an. Und ist es auch. Doch am Ende muss die zuständige Fachverwaltung über die beantragte Baugenehmigung entscheiden. Die Politik ist dabei nicht am Zug.

Tierwohl, Klimaschutz und Landschaftsschutz

Das alles ist der Bürgerinitiative sehr wohl bewusst. Aber auch sie hat eine Botschaft, wenn sie mit Nachdruck auf Tierwohl, Klimaschutz und Landschaftsschutz verweist: „Das sollen der Antragsteller, die Landwirte und ihre Lobbyisten, die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung endlich verstehen.“

Dem Aufruf zur Demonstration waren zahlreiche Bürger aus dem benachbarten Emmerbachtal gefolgt. Foto: Grottendieck

Diese Botschaften waren in den verschiedenen Spielarten auf eigens angefertigten Plakaten zu lesen. „Landschaftsschutz statt Eigennutz“, stand auf einem großen Plakat, das an der Spitze des Demonstrationszuges zu sehen war. „Gute Luft statt Schweinezucht“ – diesen Slogan trug der ehemalige Pastor der evangelischen Christusgemeinde in Hiltrup, Johannes Krause-Isermann, vor sich her. Die wenigen Aktivisten von „Animal Liberation“, die sich eingereiht hatten, waren somit nicht die einzigen, die sich optisch in Szene setzen. Mit dabei waren zudem Vertreter der Hiltruper Ortsvereine von SPD und Grünen.

„Im September stand ich hier noch ganz alleine“

Die überwiegende Mehrzahl waren Nachbarn aus dem Emmerbachviertel. „Der Emmerbach läuft voll“, meinte ein Mitglied aus dem Sprecherteam staunend, als sich am vereinbarten Treffpunkt an der Adolf-Wentrup-Straße mehr und mehr Menschen einfanden.

Mittendrin befand sich Bettina Brenke, deren Hof sich in der Nähe des geplanten Schweinestalls liegt. „Im vergangenen September stand ich hier noch ganz allein“, sagte sie. Damals hatte sie gerade erst von den Bauplänen ihres Nachbarn erfahren.

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