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Vorleseclub

Der schönste Ort der Welt

Münster-Hiltrup

Ob die klügsten Köpfe bei dieser Suche weiterhelfen können? Schriftsteller, die Werke von Weltrang verfasst haben, dürften in besonderer Weise geeignet sein, Hinweise zu geben, wie – und vielleicht wo – der schönste Ort der Welt zu finden ist.

Michael Grottendieck

„Bilder aus Westfalen“ heißt ein Text der Annette von Droste-Hülshoff, den Heinz Ludwig Leding vom Hiltruper Vorleseclub vortrug. Er suchte zu allererst in Westfalen nach dem schönsten Ort der Welt, weil er in Münster geboren ist. Foto: gro

Bevor es losgeht, lohnt es sich nachzudenken, ob diese Frage schlicht und ergreifend falsch gestellt ist. Möglicherweise geht es gar nicht um Schönheit, gab Gerda Hegel in ihren einleitenden Worten zur Lesung des Vorleseclubs zu bedenken. Sie ging sogar noch einen Schritt weiter: „Gibt es für mich einen einzigen schönsten Ort der Welt?“ Schließlich sind persönliche Vorlieben und Lebenswünsche mit im Spiel, die bekanntlich auch wandeln können.

„Wo man geboren ist!“ Das kann auch eine Antwort auf diese Frage sein. Heinz Ludwig Leding spürte ihr anhand einiger Westfalica nach. Die Droste durfte nicht fehlen. „Bilder aus Westfalen“ ist ihr Beitrag überschrieben.

Der Baden-Badener Otto Jägersberg, geboren in Hiltrup, hat sich vor mehr als 50 Jahren in seinem Erstlingswerk „Weihrauch und Pumpernickel“, mit dem Münsterland befasst. Jägersberg, der in Hiltrup überwiegend Spezialisten bekannt ist, feiert im kommenden Jahr seinen 75. Geburtstag.

Nicht nur lebhaften Applaus erhielt Leding für den Text von Fritz Eckenga. Er wurde sogar mehrfach gebeten, freundlicherweise den Text in schriftlicher Form zu überlassen. Es ging um die Westfalen als „Gottes langsamste Schöpfung“, wie auch der Titel des Textes lautet.

In die Landregionen Umbriens lud Henning Klare die Zuhörer ein. Es sollte ein Haus auf dem Land gekauft werden. In Irland stand derweil ein „Haus voller Wonnen“, das Gunthild Klare vorstellte. Autor Flann O’Brian verriet, dass es sein Geburtshaus sei – mit einem wunderbaren Blick auf das Antlitz der Erde, Einen Garten, den die Autorin Elizabeth von Arnim einen ganzen Sommer lang für sich haben will, stellte Monika Nessau vor.

Von einer besonderen Vorliebe erzählt Hans Scheibner in dem Text „Die Eumeniden von Ohlsdorf“, den Anne Sandfort vortrug. Zwei Hamburgerinnen hatten es sich zur Angewohnheit, jede Beerdigung in Ohlsdorf mit ihrem Besuch zu beehren. Auf 200 Beerdigungen hatten es die beiden mild gewordenen Rachegöttinnen mittlerweile gebracht. „Das Wichtigste ist das Menschliche und dass es so traurig ist.“

Ebenfalls einen guten Griff hatte Karin Honermann getan, die aus dem Roman „Altes Land“ von Dörte Hansen las. Da ging es um das Festwachsen, gar nicht mal um Wurzeln Schlagen. Auch nicht ums Blühen, einfach um das Bleiben. Das inspirierte Gerda Hegel zu dem Gedanken, ob dort, wo man bleiben wolle und am Ende auch bleibt, vielleicht der schönste Ort der Welt sei.

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