CDU erkundigt sich in der Ludgerusschule nach den Folgen der Corona-Zeit

Die großen Vorteile kleiner Klassen

Münster-Hiltrup

Als Schulexperten der CDU-Fraktion die Ludgerusschule in Hiltrup-West besuchten, kamen viele Themen auf den Tisch. Es ging um die Folgen der Corona-Pandemie für die Kinder, um Lernrückstände, die Vorteile kleiner Klassen und die bevorstehenden Baumaßnahmen an der Schule.

Von Michael Grottendieck

Vor den neuen Fertigbauklassen: Die CDU-Vertreter (v.l.) Mike Bruns, Marcus Bielefeld, Jürgen Kriechel, Astrid Bühl und Carmen Greefrath mit Vanessa Auth (r.) von der Ludgerusschule. Foto: gro

Wie geht es den Kindern nach den langen Monaten der Pandemie mit Distanz- und Wechselunterricht? Während Psychologen düstere Szenarien entwerfen, glaubt eine Praktikerin wie Vanessa Auth, die derzeit die Ludgerusschule in Hiltrup-West leitet, die meisten Kinder werden am Ende besser mit allem klarkommen, als manche Eltern glauben.

Dazu hat aus ihrer Sicht beigetragen, dass man bereits in den vergangenen Wochen zahlreiche Kinder zur Betreuung in die Schule geholt habe. Dort seien sie von dem Team, zu dem auch Sozialarbeiterinnen gehören, „sehr gut aufgefangen“ worden. Grundsätzlich glaubt Auth, dass die Kinder „besser in der Schule aufgehoben gewesen seien“. Und es seien nicht wenige gewesen, sagte sie bei einem Besuch von Schulexperten der CDU. Vormittags wurden bis zu 80 Kinder parallel zum Unterricht betreut. Nachmittags waren es in Spitzenzeiten bis zu 180, erläuterte sie.

Sommerferien oder Lernferien?

Sollen die Kinder die bevorstehenden Sommerferien genießen oder versäumten Stoff nachholen? Die Schulleiterin hat auch hier eine klare Meinung: „Die Sommerferien sollten Sommerferien bleiben.“ Natürlich gebe es Lernrückstände, natürlich muss sich in der zur Verfügung stehenden Zeit auf die Hauptfächer konzentriert werden – aber das Lernen im Wechselunterricht habe auch Vorteile gehabt.

Die Anlieferung der ersten Fertigbauklassen an der Ludgerusschule war Mitte Mai erfolgt. Foto: Grottendieck

Da die Lerngruppen kleiner waren (praktisch war die Klassenstärke halbiert), sei der Lernertrag in den einzelnen Stunden viel höher gewesen. Aus dem Lehrerkollegium kamen Rückmeldungen, dass es viel ruhiger in den Klassenräumen zugegangen sei und es weniger Störungen gegeben habe. Zudem hätten alle spürbar mehr Platz zur Verfügung gehabt.

CDU: 29 Kinder in einer Klasse sind ein Unding

An diesem Punkt hakte Mike Bruns, schulpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, ein. „29 Kinder in einer Klasse sind ein Unding“, kritisierte er die Klassenstärken. In Münster gebe es zu wenig Schulräumlichkeiten, um die Vorgaben des Landes zu erfüllen. Große Klassen sind der Standard: Erstklässler an der Ludgerusschule starten mit 28 Kindern pro Klasse. „In diesem Jahr haben wir erstmals Schüler ablehnen müssen“, berichtete Vanessa Auth.

In dem Gespräch, an dem die CDU-Ratsfrauen Carmen Greefrath und Astrid Bühl sowie der Hiltruper Ortsunionsvorsitzende Markus Bielefeld und BV-Vertreter Jürgen Kriechel teilnahmen, ging es auch um die neuen Containerklassen. Carmen Greefrath machte kein Geheimnis daraus, dass sie geradezu entsetzt gewesen sei, als sie davon hörte, die Ludgerusschule sollte wieder Fertigbauklassen erhalten.

„Die Containerklassen kommen wieder weg“

„Die kommen wieder weg“, zeigte sich Vanessa Auth überzeugt. Die Schule sei auf sie angewiesen, weil man ab dem Sommer 2022 eine große Baustelle an der Schule habe. Die Containerklassen sollen zum neuen Schuljahr bereits bezogen werden. Eine Schulklasse sowie drei OGS-Gruppen werden sie nutzen. Zudem soll der Werkraum dort untergebracht werden.

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