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Marode Abwasserrohre am Schulzentrum Hiltrup

Die unsichtbare Baustelle

Münster-Hiltrup

Mit Kosten von rund 300 000 Euro rangiert die Sanierung der Abwasserleitungen am Schulzentrum Hiltrup unter den fünf teuersten Schulbaustellen in diesem Sommer. Dabei ist die Baustelle für den Beobachter weitgehend unsichtbar – dank moderner Technik muss nämlich nicht gebuddelt werden.

Markus Lütkemeyer

Die Sanierung der Abwasserleitungen am Schulzentrum Hiltrup rangiert unter den fünf teuersten Schulbaustellen in diesem Sommer – ist aber weitgehend unsichtbar, weil nicht gebuddelt wird. Foto: mlü / Colourbox.com

Für den Fachmann ist die Technik ein alter Hut: Die von Wurzeln zerfressenen Abwasserrohre werden zunächst von Innen ausgefräst. Anschließend wird ein mit Kunstharz getränkter Kunststoffschlauch in den Kanal eingeführt und anschließend thermisch- oder mit UV-Licht ausgehärtet. „Das ist ein bisschen so, als würde man einen Feuerwehrschlauch in einem Rohr verlegen“, erläutert Georg Mümken vom städtischen Amt für Immobilienmanagement. Bis zum Ferienende soll alles fertig sein.

Die Maßnahme ist überhaupt nur deswegen in diesem Umfang notwendig, weil das Schulzentrum Hiltrup in einer Wasserschutzzone liegt. Teuer ist das Vorheben deswegen, weil die Rohre bis zu 250 Millimeter dick sind – und auf insgesamt 550 Metern erneuert werden müssen.

Ebenfalls nahezu unsichtbar sind die Arbeiten an der neuen Kameraanlage für das Schulzentrum. Seit drei Tagen ist eine Fachfirma zugange. Der Entscheidung, Kameras gegen den grassierenden Vandalismus einzusetzen, waren Diskussionen um die Privatsphäre, das Kindeswohl und dem Datenschutz vorausgegangen. Die Kameras werden nur zu bestimmten Uhrzeiten „scharf geschaltet“. Beim anlassbezogenen Abrufen der Daten „gilt das Sechs-Augen-Prinzip“, betont Mümken.

Wesentlich mehr Staub macht der Umbau der Biologieräume an der Johannes-Gutenberg-Realschule. Zwei Fachräume und der dazwischen liegende Vorbereitungsraum werden für 290 000 Euro kernsaniert. Die Technik für Schülerexperimente wird in Zukunft aus der Decke heruntergefahren. Bislang gibt es dafür im Raum große Techniksäulen. „Die Räume können in Zukunft flexibler genutzt werden, zum Beispiel als ganz normaler Klassenraum, wenn die Säulen hochgefahren werden“, so Münken vom Immobilienamt.

Die Arbeiten sind so umfangreich, dass sie noch bis Ende der Herbstferien dauern werden. Eine Staub- und Lärmschutzwand wurde errichtet, damit die Bauarbeiten den normalen Schulbetrieb nicht über die Gebühr stören.

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