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Schwerlasttransport über eine „Roll on/Roll off-Rampe“

Drive-In Ponton nutzt die gesamte Breite des Kanals

Münster-Hiltrup

Technik-Spektakel am Kanal in Hiltrup: Über eine „Roll on/Roll off-Rampe“ erfolgte ein 508-Tonnen-Schwerlastransport von der Straße auf einen Ponton. Zaungäste und Technik-Freaks gab es reichlich.

Michael Grottendieck

Vor der Kulisse der Hiltruper Eisenbahnbrücke wurde am Dienstag ein 508 Tonnen schwerer Schwerlasttransport auf ein Drive-In Ponton verladen. Foto: gro

Hätte „Da Aldo“, der Italiener draußen am Hiltruper See, eine Pizza to go angeboten, dürfte er vermutlich das Geschäft seines Lebens gemacht haben.

Ein Technikspektakel mit Straßen- und Kanalsperrung lockt immer die Massen an. Und zweitens dauert das Verladen eines Schwertransportes von der Straße auf das Wasser oftmals länger als geplant. Eine Stärkung hatten sich die vielen Zaungäste gewiss verdient.

Einen Schwerlasttransport mit 508 Tonnen Gewicht ist für Technik-Freaks im Hiltruper Hafen nichts außergewöhnliches. Nicht alle Tage lässt sich der „Warenumschlag“ über eine „Roll on/Roll off-Rampe“ von der Straße auf einen Ponton miterleben. Dafür wurde der Kanal für die Schifffahrt gesperrt. Das Drive-In Ponton einer niederländischen Spezialfirma benötigte die gesamte Breite des Kanals im Hiltruper Bogen. Und das vor der Kulisse der Hiltruper Eisenbahnbücke. Mit einer Stützweite von 144 Metern war die Brücke zur Jahrtausendwende, als sie in Betrieb genommen wurde, weltweit die größte ihrer Bauart.

Ein Zaungast erzählte, er habe vor vielen Jahren miterlebt, wie an exakt dieser Stelle ein schwerer Trafo verschifft wurde. Am Dienstag war es ein Bauelement für ein Kraftwerk, ein Stator, der bei der Stromerzeugung mit einem Generator eine wichtige Rolle spielt.

Richtig spannend wurde es, weil der Platz vor der eigens aufgebauten Rampe nur knapp ausreichte. Zwei Masten für Verkehrsschilder mussten gekappt werden. Beinahe hätte es einen Gartenzaun erwischt. Es war Millimeter-Arbeit, den 16-Achser mit Eigenantrieb auf die Rampe zu steuern. Erschwert wurde das Manöver, weil der Transport eine Kurve nehmen musste und nicht geradeaus auf die Rampe fahren konnte.

Vorsichtig, jedoch deutlich reibungsloser verschwand der Stator schließlich im Bauch des wartenden Schiffes, das auf beiden Seiten große Behältnisse mit sich führte, die für den erforderlichen Auftrieb sorgten.

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