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Familienfest für Flüchtlinge aus der Ukraine

Ein fröhliches Willkommen

Münster-Hiltrup

Für die 170 Menschen aus der Ukraine, die in der Dreifachturnhalle am Hallenbad untergebracht sind, gab es am Samstag eine besondere Überraschung: Ein Willkommensfest auf dem Sportplatz Hiltrup-Süd.

Von Helga Kretzschmar

Viel Koordinationsarbeit forderte das gelungene Familienfest für die 170 geflüchteten ukrainischen Familien auf der Sportanlage Hiltrup-Süd. Foto: hk

Vor einiger Zeit hatte der stellvertretend Bezirksbürgermeister Christoph Kunstlewe ein Eisessen für ukrainische Familien auf der Marktallee koordiniert. Schon damals dachte er sich bei einem nachfolgenden Besuch in der Dreifachturnhalle, noch etwas anderes auf die Beine zu stellen als Spenden. Ein Familienfest sollte es sein. In Absprache mit dem Ortsunionsvorsitzenden Markus Bielefeld sollte das Fest für 170 Geflüchtete am Samstag auf der Sportanlage Hiltrup-Süd starten.

Drei Wochen Vorbereitungszeit blieb dem Team. Ukrainischsprachige Willkommensschilder begrüßten die Gäste am Eingang der Stadthalle. Sponsoren unterstützten bereitwillig das Willkommensfest. So konnten sich die jüngeren Kinder auf der zufällig in den ukrainischen Farben Blau und Gelb gehaltenen Hüpfburg austoben, während die Mütter mit den älteren Kindern die Kuchentheke stürmten. Ja, „stürmten“. In sage und schreibe zehn Minuten war die Kuchentheke gähnend leergefuttert. Gut, dass später 300 Würstchen auf dem Grill lagen und für die Flüchtenden islamischen Glaubens Reibeplätzchen.

Zehn Dolmetscher im Einsatz

Für die Verständigung standen zehn Dolmetscher bereit, so auch Nazarii Lishchuk vom Sprachmittlungspool des Kommunikation-Integrationszentrums Münster. Seine Muttersprache ist ukrainisch und er studiert seit zwei Jahren Medizin in Münster.

Am Rande des Festes äußerten sich auch Ukrainerinnen über den schwerfälligen Verwaltungsapparat im Münsters Amtsstuben. „Ohne den Paragrafen 24 können wir weder arbeiten noch eine Wohnung bekommen“, beklagte sich die 48-jährige Ludmilla, die einen zahntechnischen Beruf erlernt hat. Denn nichts sei frustrierender, wenn man arbeiten möchte und nicht darf und stattdessen in den Unterkünften herumhängt. „Uns fehlen Informationen, wo wir etwas erfahren können, was der nächste Schritt ist“, bemängelt sie auch die mangelhafte Kommunikation mit den Sozialhelfern.

Dennoch war das Fest ein voller Erfolg, nicht zuletzt dank der vielen Sponsoren. Besonders großzügig unterstützt hatten das Willkommensfest die Firmen KW Baustoffe, Getränke Roth, Phillip Büning und Genius Reibeplätzchen.

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