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Der Vorleseclub Hiltrup liest „Annette reloaded“

Ein starker und schöner roter Faden

Münster-Hiltrup

Die Lesung im Hiltruper Museum war Annette von Droste-Hülshoff gewidmet: Der Vorleseclub Hiltrup thematisierte das Leben der „Fräulein Nette“ mit Texten aus ihrer Feder – aber auch Fremdtexten vonSarah Kirsch, Karen Duve und Ulla Hahn.

Von Andreas Hasenkamp

Eva Höppner rezitierte im Vorleseclub Hiltrup „Der Knabe im Moor“, eine Ballade von Annette von Droste-Hülshoff. Foto: Andreas Hasenkamp

Einen deutlichen „roten Faden“ haben sie ja immer, die Lesungen des Vorleseclubs Hiltrup, ob es nun um die Farbe Blau geht oder um Literatur und bildende Kunst. Diesmal war eine Person der Aufhänger, eine Frau von anno 1797, und der Faden war vielleicht noch schöner rot.

Der Abend im Hiltruper Museum war Annette von Droste-Hülshoff gewidmet. Und zwar unter dem Titel „Annette reloaded“. In Wertschätzung, aber nicht in tumber Verehrung.

Sie kam zwei Monate zu früh zur Welt, stand in der Erbfolge weit hinten und kam eher zufällig in den Genuss höherer Bildung. Sodann ereilte sie das Unglück der körperlichen Einschränkungen. Ihre Spielräume für eigene Wünsche waren eingeschränkt. Die vom Vorleseclub gewählten Texte verdeutlichten „Fräulein Nettes“ prekäre Freiheitslage: Texte der Dichterin selbst, dazu von Sarah Kirsch, Karen Duve und Ulla Hahn. Weil so von Text zu Text das Bild dieser und nicht nur dieser Frau klarer und facettenreicher wurde, war der Faden stark.

Im zweiten Teil kam Historisch-Politisches hinzu, nämlich die Zeit des Vormärz. Ihr Protegés und Vertrauter, Levin Schücking, schrieb einen Text, kritisch gegenüber dem Adel als auch auf die Droste gemünzt – ein abruptes, endgültiges Zerwürfnis folgte.

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