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„Johnny Rawls & The Özdemirs“ begeisterten im Kulturbahnhof

Euphorische Stimmung bis zum Finale

Münster-Hiltrup

Das Eis war schon beim zweiten Song gebrochen, die Stimmung euphorisch bis zum Finale: „Johnny Rawls & The Özdemirs“ gastierten am Mittwochabend im Kulturbahnhof Hiltrup – und rissen das Publikum von den Stühlen.

Von Arndt Zinkant

Für den Soul-Bluesman Johnny Rawls war das Konzert im Hiltruper Kulturbahnhof ein Gastspiel – für die Familie Özdemir ein Heimspiel. Foto: zin

Am Anfang waren es ein paar Euphorisierte, die es nicht auf den Sitzen hielt und die vom Blues mitgerissen wurden. Am Ende saß von den Besuchern keiner mehr. Klatschende Hände, wiegende Hüften, strahlende Gesichter. Kein Wunder, dass Johnny Rawls, der Soul-Bluesman auf der Bühne, sein Handy zückte, um das verzückte Publikum zu knipsen. An diesem Abend lag der Kulturbahnhof Hiltrup im Mississippi-Delta.

Für Rawls war es ein Gastspiel – für die Familie Özdemir ein Heimspiel. Und das hörte man den Klängen von „Johnny Rawls & The Özdemirs“ auch an. Kenan Özdemir lässig an der Gitarre, Erkan Özdemir am erdigen Bass und Levent Özdemir am groovenden Drumset. Für süffig-bluesige E-Orgel-Soli sorgte Fabian Fritz. Dieser Sound machte Laune, nur hätte die Tonanlage etwas besser ausbalanciert sein dürfen.

Für einen Blues Music Award nominiert

Die Songs stammten von der aktuellen CD „Where have all the soulmen gone“, die in diesem Jahr in den USA für einen Blues Music Award in der Kategorie „Best Soul Blues Album“ nominiert war.

„Feeling good“ oder „Red Cadillac“ waren einfach mitreißende Nummern, die der vitale Rawls mit seinen nun 70 Lenzen lässig aus der Kehle und den Gitarrensaiten holte. Aus dem US-Staat Mississippi sei er gekommen, um für sein Hiltruper Publikum zu spielen. Und zu tanzen: „I will dance with you“, lächelte er der ersten Reihe zu. Und stieg von der Bühne, um eine Dame zum Tanzen vom Sitz emporzuziehen. Das brach bei diesem erst zweiten Song natürlich mühelos das Eis.

Der Saal klatschte mit

Nun gab es kein Halten mehr: Der Saal klatschte mit, die Stimmung war euphorisch und blieb es auch bis zum Finale, dem elektrisierenden Spiel des Quintetts sei Dank, das immer wieder durch lässige Soli von Orgel oder Gitarre angefacht wurde.

Natürlich war zwischendurch auch Zeit für eine Ballade. Da ließ der erfahrene Bluesman das Licht dimmen und fragte in den Saal, welche Paare schon ewig lange verbunden oder verheiratet seien. Johnny Rawls ließ der Melancholie ihren Lauf. „If you ever get lonely“ – denn auch das ist der Blues: melancholische Coolness.

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