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Gute Wasserqualität

Geheimnis im Hiltruper See - vom Sorgenkind zum Musterknaben

Münster-Hiltrup

Vom Sorgenkind zum Musterknaben – so könnte die Karriere des Hiltruper Sees beschrieben werden. Vor einigen Jahren machte er noch Schlagzeilen wegen der immens hohen Blaualgen- und Wasserpest-Belastung und jetzt, weil ihm die beste Wasserqualität im Stadtgebiet bescheinigt wird.

Marion Fenner

Algen und trübes Wasser bestimmten das Bild des Hiltruper Sees noch vor wenigen Jahren. Zurzeit ist die Wasserqualität erstklassig. Wie das gelungen ist, daraus mach die Stadtverwaltung zurzeit noch ein Geheimnis. Foto: Norbert Piontek

Was ist passiert? „Das verraten wir nicht, das ist noch ein Geheimnis“, sagt Lutz Hirschmann von der Unteren Wasserbehörde und dem Umweltamt der Stadt Münster. „Wir führen Maßnahmen durch, die sich aber noch im Versuchsstadium befinden.“ Die Blaualgen-Konzentration sei extrem niedrig, aber ob sie wieder ansteige, das wisse er selbst noch nicht. Zurzeit liege sie bei ein bis zwei Mikrogramm pro Liter. Bis zehn Mikrogramm sei tolerabel. „Wir hatten allerdings Ende 2011 auch schon Werte um 3000 – das geht gar nicht mehr“, betont Hirschmann.

Ob die jetzt durchgeführte Maßnahme, die ein externer Anbieter durchführt, wirklich dauerhaft Erfolg habe, dass wolle er jetzt noch nicht abschließend beurteilen. Dennoch ist Hirschmann zuversichtlich. „Die Witterung in den vergangenen Wochen mit viel Sonne und daraus folgendem relativ niedrigem Wasserstand im See ist eigentlich optimal für die Entwicklung der Algen.“ Bei den giftigen Blaualgen gelte allerdings: „Sie halten sich an keine Regel. Manchmal vermehren sie sich plötzlich, obwohl die Bedingungen eigentlich nicht optimal sind. Das kann auch schon einmal im April sein oder wie 2008 im September.“

Verraten kann Lutz Hirschmann zurzeit lediglich, dass keine Stoffe in den See eingebracht wurden. „Im Aasee bekämpfen wir die Blaualagen erfolgreich mit Eisen-III-Chlorid, einem Phosphat-Bindungsmittel.“ Der Hiltruper See ist Wasserschutzgebiet, dort dürfen wir solche Mittel nicht verwenden. Die neue Blaualgen-Bekämpfungsmethode, die außer am Hiltruper See noch in zwei weiteren Gewässern durchgeführt werde, werde wissenschaftlich begleitet. Ob dadurch negative Begleiterscheinungen auftreten, könne jetzt noch nicht gesagt werden, „wir nicht, gehen allerdings nicht davon aus“, erklärt Hirschmann. Es gebe darauf keine Hinweise. Trotzdem könne erst Ende das Jahres darüber Auskunft gegeben werden.

Auch die Wasserpest falle geringer aus als in den vergangenen Jahren, das freue vor allem die Segler, so Hirschmann. Trotz aller positiven Nachrichten gelte das Badeverbot im See weiter. „Der See dient der Trinkwassergewinnung, und Schwimmen ist darin absolut verboten“, betont der Mitarbeiter der Wasserbehörde. Dafür gebe es das benachbarte Freibad.

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