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Bezirksbürgermeister besucht Assalam-Moschee

„Hauptsache wir bleiben im Dialog“

Münster-Hiltrup/B...

Die Assalam-Moschee an der Westfalenstraße sticht mit seinem goldenen Minarett ins Auge. Doch vom Alltag der Gläubigen wissen die wenigsten Hiltruper oder Bewohner von Berg Fidel etwas. Die neue Leitung der Moschee will sich offener nach außen darstellen.

Markus Lütkemeyer

Neue Kontakte knüpfen: Dieter Tüns von der Bezirksverwaltung Hiltrup (l.) und Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (r.) mit der Stifterfamilie Barhoum. Foto: mlü

Das erfuhr Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt bei einem Besuch in der Assalam-Moschee. Als Ergänzung zu seinen regelmäßigen Gesprächen mit Vereinen und christlichen Gruppierungen möchte Schmidt auch den Dialog mit den Muslimen im Stadtbezirk Hiltrup voranbringen. Dazu hatte er bereits die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde an der Hansestraße und die Fatime-Versammlung an der Hünenburg an einen Tisch geholt. Jetzt wurde Kontakt zur dritten ansässigen muslimischen Religionsgemeinschaft geknüpft.

Stifter der Assalam-Moschee ist die Familie Barhoum. „Das war der Wunsch unseres Vaters“, erklärt Firas Barhoum. Der 34-Jährige ist Geschäftsführer eines münsterischen Immobiliendienstleisters. Geboren in Syrien lebt er aber bereits seit seiner Kindheit in Deutschland. So ist es dann auch kein Wunder, dass er auf die Frage Schmidts, wo er herkomme, reflexartig antwortet: „Aus Münster natürlich.“

Seine Schwester Fidaa Barhoum leitet eine muslimische Frauengruppe, die sich in der oberen Etage trifft. Sie erklärt die Ausrichtung der Gemeinde: „Wir glauben an den Islam in sunnitischer Ausprägung“ – als Sunna werden häufig die Handlungsweise des islamischen Propheten Mohammed bezeichnet. Nach der Sunna wollen die Sunniten den Koran auslegen.

Einige Flüchtlinge besuchen seit Neustem die Freitagsgebete an der Westfalenstraße. „Wir würden gerne Sprachkurse vermitteln und sie auf die Integrationsangebote hinweisen“, sagt Firas Barhoum. „Da sind wir schon weiter als die Männergemeinde“, lacht seine Schwester. Ihre Gruppe habe für die Frauen längst Kontakte hergestellt.

Von 2012 bis Anfang 2017 wurde die Gemeinde durch einen Vereinsvorstand geführt. Jetzt hat die Stifterfamilie selbst die Zügel in der Hand. „Wir waren nicht zufrieden mit der alten Leitung, wir wollen transparenter sein“, erklärt Firas Barhoum. Zukunftsmusik sei ein weiterer Ausbau, um zum Beispiel ein Gemeinde-Café nach dem Gebet anbieten zu können. Barhoum will künftig an den Treffen des Christlich-Islamischen Arbeitskreises in Münster teilnehmen. Auch dort war die Gemeinde bislang nicht vertreten. Für Schmidt ist wichtig: „Hauptsache wir bleiben im Dialog.“

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