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Fünftklässler beschenken Flüchtlingskinder in der Stadthalle

Kant-Schüler sorgen für Glück

MÜnster-Hiltrup

30 Kinder sind es, die zurzeit in der Stadthalle leben. Diese Information hatten die fünf Lehrer der Fünftklässler des Kant-Gymnasiums bekommen – und ihre 60 Schüler gefragt, ob sie nicht Lust auf eine etwas andere Weihnachtsfeier hätten.

Bettina Laerbusch

Die Fünftklässler des Kant-Gymnasiums warten unten in der Stadthalle darauf, dass sie die Kinder, die im ersten Stock leben, beschenken können. Je zwei Schüler haben Geschenke für je ein Kind besorgt und wunderschön verpackt. Foto: Bettina Laerbusch

Hatten die – und entschlossen sich, zusammen mit ihren Lehrern Barbara Fäth, Dirk Becker, Michael Kahnt, Vanessa Kowalski und Jutta Stadtler nicht Geschenke entgegenzunehmen, sondern selbst Kinder zu beschenken.

Je zwei Schüler wurden je einem Flüchtlingskind zugeordnet. Jedes Duo aus dem Kant-Gymnasium wusste, wie alt das zu beschenkende Kind ist und wie es heißt.

Am Freitagnachmittag übergaben die Kant-Kinder den Mädchen und Jungen im Erdgeschoss der Stadthalle schließlich ihre Geschenke. Ein mitunter schwieriges Unterfangen. Denn: 90 Kinder – darunter auch ganz kleine – in einem relativ kleinen Raum sind laut. Wenn noch dazu ein Drittel auf Geschenke wartet, wird Geduld aufs Heftigste auf die Probe gestellt. Und so flossen bei dem einen oder anderem Kleinkind auch ein paar Tränchen, weil es Angst hatte, nicht zu den Beschenkten zu gehören – fast alle anderen Kinder hielten doch schon teils große und wunderschön eingepackte Präsente in ihren Händen.

Im Unterricht, so Lehrerin Barbara Fäth, hätten die Schüler auch Karten für die Kinder gebastelt. Leonie (11) schenkte Dalaa (9) aus Syrien Malblöcke mit Stickern, Wachsmal- und Buntstifte. Dalaa freute sich sichtlich, genauso tat es ihre Mutter, die gut Englisch spricht. Ja, sie sei Muslimin und feiere Weihnachten eigentlich nicht. Doch das war nicht wichtig. „Wir sind alle gleich“, sagte die junge Mutter – und genoss es sichtlich, die Augen ihrer Tochter und die der 29 anderen Kinder bei der Geschenkübergabe leuchten zu sehen.

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