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Weihbischof Rolf Lohmann beim Nabu

Die Kirche und der Umweltschutz

Münster-Hiltrup/Amelsbüren

„Der Kiebitz im Münsterland etwa ist kurz vor dem Verschwinden“, warnt die Nabu-Biologin Britta Linnemann. Weihbischof Rolf Lohmann holte sich bei ihr Tipps, was die Kirche beim Umweltschutz auf ihren Liegenschaften besser machen kann.

Britta Linnemann, Vorstand der Nabu-Station Münsterland, begrüßte Weihbischof Rolf Lohmann in der Naturschutzstation. Foto: Achim Pohl

Um die Artenvielfalt und Biodiversität in Deutschland steht es schlecht: „Wir haben keine zehn Jahre mehr Zeit, auch keine fünf. Der Kiebitz im Münsterland etwa ist kurz vor dem Verschwinden“. So beschreibt die promovierte Biologin Britta Linnemann die Lage.

Sie ist Vorständin bei der Nabu-Naturschutzstation Münsterland, einer von fünf in NRW. Weihbischof Rolf Lohmann vom Niederrhein, Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen bei der Deutschen Bischofskonferenz, ließ sich dort durch den barrierefreien Garten führen sowie durch die Fauna eines Moorgebiets am Stadtrand.

„Spätestens seit der Enzyklika ‚Laudato Si‘ sollte jedem Katholiken die Dringlichkeit der Anstrengungen zur Bewahrung der Schöpfung bewusst sein“, erklärt Lohmann. Er weist auch auf das erfolgreiche „Umweltfestival“ am Niederrhein mit mehr als 1500 meist jüngeren Teilnehmern hin.

Der Teufel steckt im Detail

Das Thema Ökologie sei längst mitten in der katholischen Kirche angekommen. Aber oft stecke der Teufel im Detail, beziehungsweise im fehlenden Geld. Die Biologin vom Nabu erläutert dies an einem Beispiel: Ein geschütztes Moorgebiet grenzt direkt an einen landwirtschaftlichen Betrieb. Als Folge ist die Stickstoffbelastung viel zu hoch für das empfindliche Biotop. Eine ideale Lösung wäre die Aufforstung des Grenzbereichs, heißt es in der Pressemitteilung. Aber dafür will der Pächter einen finanziellen Ausgleich.

Biologin Linnemann appelliert an die zahlreichen kirchlichen Eigentümer von landwirtschaftlichen Liegenschaften, ob Privatleute oder Stiftungen, sich dem Umweltschutz mehr zu öffnen und notfalls zunächst weniger Einnahmen zu erzielen: „Langfristig zahlen wir sonst drauf. Und für Landwirte ist Biodiversität sogar noch wichtiger als für alle anderen.“

Georg Schoofs

Die anwesenden Mitarbeitenden des Bistums, die zuständig für die Liegenschaften sind, schrieben bei der Nennung einzelner Hindernisse eifrig mit: Ein entscheidender Punkt sei die Änderung der Pachtverträge mit stärkerer Verpflichtung zum Umweltschutz wie etwa der Umsetzung der EU-Vorgaben, dass 30 Prozent der Fläche für ökologische Landwirtschaft vorbehalten sein sollten.

„Wir können uns als Türöffner nützlich machen. Die guten Ideen liegen alle auf dem Tisch“, versprach Georg Schoofs vom Generalvikariat.

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