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Der Vorleseclub lud zu seiner zehnten Weihnachtslesung in das Welthaus der Missionsschwestern ein

Literarischer Weihnachtstrubel

Münster-Hiltrup

Es gab, wie immer, vollbesetzte Reihen, eine gemütliche Atmosphäre und vieles zu Hören. Gerda Hegel vom Vorleseclub begrüßte am Freitagabend das Publikum im Welthaus der Hiltruper Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu zu einer Veranstaltung, die der Club bereits seit zehn Jahren als letzten Termin des Jahres durchführt. Da der Versammlungsort in diesem Jahr alles bot, was zu Weihnachten dazugehört – einen brennenden Kamin, stimmungsvolle Lichter, also beinahe Wohnraumatmosphäre – und zudem unentgeltlich zur Verfügung stand, baten die Veranstalter die Anwesenden um eine Spende für den Neustart der Missionsschwestern in Lannuzel, Papua Neuguinea.

Maria Groß

Heide Michels-Heyne  entführte mit ihrem Vortrag aus „Der doppelte Weihnachtsmann“ von Paul Maar in das Reich der eigenen Kindheit und veranschaulichte die anstrengende Doppelrolle aller Väter, die zu Weihnachten Ihr Bestes geben. Foto: iag

Schwester Annette von den Hiltruper Missionsschwestern erklärte kurz vor Beginn der eigentlichen Lesung die Gründe für ihre Projektauswahl, die sie im Zusammenhang mit dem Leseabend passend fand. Zum einen wurde erst vor kurzem von der Münsteraner Schülerin Marta Menninghaus eine Novelle über die Ereignisse verfasst, die sich vor 111 Jahren in der damals neugegründeten Mission abgespielt haben. Die 13-jährige Schülerin des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums schrieb über die Fahrt der Schwestern nach Papua Neuguinea, ihren Alltag dort sowie ihre Ermordung durch die indigene Bevölkerung.

Sie erhielt dafür im Rahmen des bundesweiten Geschichtswettbewerbs zum Thema „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte.“ von Bundespräsident Joachim Gauck im November dieses Jahres eine Einladung zur Preisverleihung nach Berlin.

Eine Geschichte zum Lesen und Nachdenken also, ebenso wie die Vorträge der Clubmitglieder, die sich immer unterschiedlicher Themen annehmen. Zum anderen will das Projekt in Lannuzel zunächst mit der Schaffung einer Lernumgebung die Alphabetisierung der dort lebenden Bevölkerung vorantreiben, ihnen das Lesen und Schreiben vermitteln.

Nachdem diese Episode aus der Vergangenheit erzählt worden war, ging es weiter mit den eigentlichen Geschichten des Abends, Weihnachtliches stand auf dem Programm. Aus der Perspektive eines Berufsweihnachtsmanns, eines Kindes, eines überforderten Familienvaters weckte es mal Lacher, mal Mitleid oder Schmunzeln bei den Zuhörern. Jeder konnte sich in den Geschichten wie „Der doppelte Weihnachtsmann“ von Paul Maar oder in der „Bescherung“ von Hanns Dieter Hüsch entweder selbst wiedererkennen oder hatte sofort den einen oder anderen seiner Lieben vor Augen. Es ging ja immerhin um ein Fest und somit um ein Thema, zu dem wohl die meisten einen Bezug haben, ob in trauriger, hektischer oder verklärender Weise, eben wie in der Auswahl der vorgelesenen Stücke geschehen. Für den besinnlichen Klang zwischendurch sorgte das Duo aus Dorothee Stennecken (Flöte) und Georg Hallekamp (Gitarre).

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