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Debatte um den Schweinestall in Hiltrup-Ost

Ministerin Schulze teilt die Bedenken

Münster-Hiltrup

Pünktlich zur heutigen Sitzung des Beirats nach dem Landesnaturschutzgesetz ist die Bürgerinitiative nochmals aktiv geworden. Sie hat mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze über den umstrittenen Schweinestall in Hiltrup-Ost sprechen können.

Von Michael Grottendieck

In Nachbarschaft zur Erholungsstrecke „Am Waldfriedhof“ könnte ein Maststall entstehen. Foto: Michael Grottendieck (Archivbild)

Es ist Wahlkampf. Ende September wird der Bundestag gewählt. Da mischt sich eine leibhaftige Ministerin in die Debatte um das umstrittene Bauvorhaben in der Hohen Ward ein. Per Zoom-Konferenz mit der Hiltruper SPD und Vertretern der unabhängigen Bürgerinitiative Emmerbachtal erläuterte Svenja Schulze aus ihrem Dienstwagen, warum sie den Bau des Schweinestalls kritisch sieht.

Pünktlich zur heutigen Sitzung des Beirats nach dem Landesnaturschutzgesetz ist die Bürgerinitiative nochmals aktiv geworden. Sie hatte allen Mitgliedern des Beirates einen Brief geschickt, der alle Argumente gegen den Schweinemaststall-Bau zusammenfasst.

Nachhaltige Landwirtschaft

„Auch durch die Ankündigung von Aldi und weiterer Handelsketten, bis 2030 gänzlich auf Fleisch der Haltungsstufen 1 und 2 verzichten zu wollen, fühlen wir uns in unserer Ablehnung des Bauantrags bestätigt“, erläutert Sprecher Klaus Neidhardt gegenüber unserer Zeitung.

Ministerin Svenja Schulze teilt die kritische Sichtweise auf das Bauvorhaben: „Das beantragte Betriebsmodell für die Schweinemastanlage in Hiltrup-Ost berücksichtigt nicht die Ergebnisse der Borchert-Kommission zur Zukunft der Landwirtschaft – das sollte aber der Maßstab für neue Anlagen sein.“ Sie setzt sich für „für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, „in der Tierwohl und Klimaschutz ganz oben auf der Agenda stehen“. Gerade Münster habe sich nach Ausrufung des Klimanotstands 2019 das besonders ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 die erste klimaneutrale Stadt Deutschlands zu werden.

Kontrovers geführte Debatte

In den vergangenen Wochen war wieder etwas mehr Ruhe in die ausgesprochen hitzig und kontrovers geführte Debatte eingekehrt. Zeitweise drohte die Auseinandersetzung aus dem Ruder zu laufen. Vor Verleumdungen und offenen Drohungen wurde nicht Halt gemacht. Es gab eine große Online-Petition und eine Fahrraddemonstration von Tierrechtlern.

Da der geplante Standort in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, befasst sich der Beirat nach dem Landschaftsschutz Gesetz mit dem Vorhaben. Das Gremium hat allerdings nicht die Kompetenz, eine abschließende Entscheidung zu fällen. Eine Entscheidung wird im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens getroffen. Der Bauantrag war durch den Investor, einen Landwirt aus Hiltrup, im Juli 2020 eingereicht worden.

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