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Der Vorleseclub interpretiert das „Glück im Wartesaal“ mit einer eigenen Lesereise

Reise in die weite Welt vom Kulturbahnhof Hiltrup aus

Münster-Hiltrup

Eine Weltkarte auf dem Programmblatt, handgezeichnete Pfeile weisen in die Länder, aus denen die Reiseberichte, Romanpassagen und Märchen stammen, die zu hören sein werden. So begann am Freitagabend im vollen Saal des Kulturbahnhofs die Veranstaltung des Hiltruper Vorleseclubs zum Thema Reisen in der Welt, Glück und Schicksal an den fernen Orten der Erde.

wn

Heinz Ludwig Leding  vom Vorleseclub entführte die Zuhörer zu Beginn in eine Stierkampfarena im spanischen Sevilla mit Zitaten von Christoph Ransmayrs „Atlas eines ängstlichen Mannes, Tod in Sevilla“. Foto: iag

Gitarrenklänge von Martin Adolf begleiteten zwischen den Vorträgen den Abend und schufen die Klangatmosphäre passend zum jeweils angekündigten Land .

„Jeder sucht sich seinen eigenen Text aus, dann wird einmal zusammen geprobt“, beschreibt Gerda Hegel vom Vorleseclub die übliche Vorgehensweise zur Vorbereitung eines neuen Leseabends. Dass die gelesenen Autoren den jeweils anderen Clubmitgliedern nicht immer bekannt sein müssen, ist dabei vorprogrammiert.

Auf ihren eigenen Autor stieß Gerda Hegel bei der Auswahl eher zufällig. Bei Yaha Al-Aous handelt es sich um einen syrischen Journalisten, der unter anderem Gastbeiträge für die Süddeutsche Zeitung schreibt und erst seit vier Monaten in Deutschland lebt. In seinen Artikeln gibt er die Perspektive eines nach Deutschland Eingereisten wieder. „Ein heißer Kuss am Straßenrand“ schildert seinen Weg der Auseinandersetzung mit europäischen Normen und die damit verbundenen Herausforderungen, diesen auch als Familienvater kindgerecht begegnen zu können, ohne die eigenen Werte aufzugeben.

Ein Perspektivenwechsel also, handelte es sich doch bei den meisten anderen Literaturzitaten um das Beobachten der Welt und fremder Kulturen durch die Augen eines deutschen oder aus Europa stammenden Weltenbummlers. Heide Kraft, eins der neuen Mitglieder in der Runde der Vorleser versuchte sich im Laufe des Abends am russischen Akzent. Es gelang ihr eindringlich, die Vorzüge des Reisens mit dem Zug versus Flugreise zu akzentuieren.

Die Ausstellung „Glück im Wartesaal“, die Gabi Neuhaus zusammen mit Dr. Ulrike Wessling im Kulturbahnhof zeigt, hat mit der Installation „all that stories. . .“, die aus verschiedenen bunten Buchdeckeln besteht, es an diesem Abend geschafft, die angedeuteten Bücher sprechen zu lassen.

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