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Der Briefwechsel zwischen Shaw und Campbell

Rührende Literaturgeschichte

Münster-Hiltrup

Naemi Priegel und Enrico Otto haben den jahrelangen Briefwechsel zwischen dem Autor George Bernard Shaw und der Schauspielerin Stella Patrick Campell für ein Publikum zugänglich gemacht. Im Kulturbahnhof gaben sie exklusive Einblicke in das Schaffen beider.

Von Ole Freundlieb

Naemi Priegel und Dr. Enrico Otto lasen aus dem Briefwechsel zwischen dem irischen Nobelpreisträger George Bernard Shaw und seiner Angebeteten, der Schauspielerin Mrs Patrick Campbell Foto: Freundlieb

Anton Tschechow, George Bernard Shaw und Gabriele D´Annunzio – feste Größen der Weltliteratur, die durch ihre Werke Generationen geprägt haben und als Pioniere in einer Zeit des Umbruchs gelten. Dr. Enrico Otto, Leiter des Theaterlabors, und Naemi Priegel, ihrerseits bekannte Musical-Darstellerin, haben bekannte Autorinnen und Autoren, die um 1900 tätig waren, in verschiedenen szenischen Darbietungen einem interessierten Publikum zugänglich gemacht.

Im Hiltruper Kulturbahnhof nahmen sie die Lebensgeschichte George Bernard Shaws in den Blick und eröffneten den Anwesenden einen sehr intimen Einblick in seine Person. Anhand zahlreicher Briefe zwischen ihm und seiner engen Vertrauten Stella Patrick Campell, einer renommierten Schauspielerin, führten sie durch den Abend und verlasen Ausschnitte aus dem Jahre andauernden Briefwechsel der beiden.

Weitere Abende ähnlichen Formats geplant

Ihre Rolle bei der Entwicklung des Theaterstückes „Pygmalion“ war zentraler Teil der Veranstaltung. Das Stück, das heute fast nicht mehr gespielt wird, ist der Vorläufer zu dem weltberühmten Musical „My Fair Lady“. Die Briefe zeigten eine enge Verbindung beider auf, die trotz verschiedener Ehepartner ein durchaus romantisches Verhältnis pflegten. Beide begegneten sich jedoch nur selten und wenn, meist im Zeichen ihres Berufs, sodass der größere Teil ihrer Freundschaft einzig auf den vorgetragenen Briefen basierte.

Naemi Priegel verkörperte verschiedene Rollen in „My Fair Lady“ und war damit auf großer internationaler Bühne aktiv. „1965 habe ich in Münster die Rolle der Eliza erstmals gespielt“, sagte sie dabei. Sie habe diese in jungen Jahren übernommen, wohingegen Campell die Rolle mit über 40 erstmals antrat und augenscheinlich nicht ins Rollenprofil der Eliza Doolittle passte. Shaw jedoch bestand auf ihrer Teilnahme, wie zahlreiche Briefe offenbaren, und schaffte es tatsächlich, das Stück zu einem wahren Kassenschlager zu machen.

Im Anschluss an die Darbietung hielt Dr. Enrico Otto fest, dass er froh sei, die Präsentation der Lebensgeschichte „welteuropäischer Autoren“ nach einer dreijährigen Corona-Pause durch Corona erneut durchführen zu können und stellte weitere Abende ähnlichen Formats in Aussicht.

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