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Gedenkstein für Bernhard Poether

Stolpern mit dem Herzen

Münster-Hiltrup

„Vor genau 100 Jahren stand hier ein Möbelwagen“, wusste Pfarrer Ewald Spieker. Familie Poether zog am Klosterwald ein. Der Sohn wurde später katholischer Pfarrer – wegen seines Engagements für die „Polenseelsorge“ wurde er 1939 von der Gestapo in das KZ in Dachau verschleppt. Seit gestern erinnert vor seinem Kinderhaus in Hiltrup ein Stolperstein an das Opfer des Faschismus.

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Ein Stolperstein für Bernhard Poether: Gunter Demnig verlegt die Messingplatten schon seit fast 20 Jahren. „Routine ist das niemals“, sagt er, die Einzelschicksale seien ergreifend. Foto: mlü

„Vor genau 100 Jahren stand hier ein Möbelwagen“, wusste Pfarrer Ewald Spieker. Familie Poether zog am Klosterwald ein. Der Sohn des Hauses war damals sechs Jahre alt und wurde später katholischer Pfarrer – wegen seines Engagements für die „Polenseelsorge“ wurde er 1939 von der Gestapo in das KZ in Dachau verschleppt und starb an Unterernährung und Folter. Seit gestern erinnert vor seinem Kinderhaus in Hiltrup ein Stolperstein an das Opfer des Faschismus.

Rund 30 Menschen waren bei der Verlegung mit dabei, darunter Nachbarn, Gäste aus Bottrop (wo Poether lange wirkte) und Mitglieder des Aktionskreises Bernhard Poether, dessen Sprecher Spieker ist.

Gunter Demnig verlegt seit fast 20 Jahren die so genannten Stolpersteine. Sie haben ihn schon nach Helsinki geführt, er hat welche in der Ukraine verlegt und ebenso in Rom, 37 000 Stück insgesamt. „Routine ist das niemals“, sagt er, die Einzelschicksale sind ergreifend.

Die Stolpersteine zwingen den Passanten sich zu bücken, „zu verbeugen“. Ein Jugendlicher habe ihm einmal erklärt: „Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen.“

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