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Doppelter Ministerbesuch im Süden Hiltrups

Symbol im Erdreich

Münster

Zwei NRW-Minister greifen im Süden Münsters zum Spaten und pflanzen einen Baum. Es ist nur einer von Tausenden, die dort demnächst wachsen sollen. Dennoch ist das Ganze eher ein symbolischer Akt, wie selbst die Akteure einräumen.

Von Björn Meyer

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart pflanzten unter den Augen von Mitarbeitern des Landesbetriebs Wald und Holz eine Flatterulme und damit einen von rund 4500 Bäumen, die im Süden Hiltrups zum Zwecke der CO2-Kompensation einen Wald entstehen lassen sollen. Foto: Björn Meyer

Die Landesregierung NRW hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneu­tral zu werden. Einen kleinen Schritt hin zu diesem Vorhaben hat sie nun auf dem Weg dorthin gemacht. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und NRW-Wirtschaftsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart besuchten am Donnerstag Münster, um symbolisch einen ersten Spatenstich für das leicht schräg formulierte Projekt „Klimawald“ zu initiieren. Denn im Süden Hiltrups soll ein Teil des CO2-Ausstoßes, der durch die Dienstreisen der Landesregierung in den Jahren 2018 und 2019 entstanden ist, kompensiert werden.

Insgesamt gelte es 4656 Tonnen CO2 zu kompensieren, rechnete Heinen-Esser vor. Laut Berechnungen der Landesregierung werden durch die rund 4500 Bäume im Süden Hiltrups, darunter etwa 3000 Eichen, insgesamt 679 Tonnen der Emissionen ausgeglichen. Der restliche und damit überwiegende Ausgleich geschehe durch die Unterstützung eines Biomassekraftwerks in Indien.

"Wälder in NRW sind in keinem sehr guten Zustand"

Dennoch legt die NRW-Landesregierung laut Pinkwart und Heinen-Esser Wert darauf, dass ein Teil der Kompensationen zukünftig stets auch auf heimischem Boden vorgenommen werde. „Wir können es gut gebrauchen, denn die Wälder in NRW sind in keinem sehr guten Zustand“, so Heinen-Esser anlässlich des Pilotprojekts.

Auch wenn 4500 Bäume viel scheinen, der Beitrag sei sicher eher symbolisch zu sehen, ordnete Wirtschaftsminister Pinkwart ein und machte deutlich: „Wir haben noch viele Aufgaben vor uns.“ Dabei sprach Pinkwart unter anderem die zahlreichen Gebäude an, die sich im Besitz des Landes befinden. Die Dienstfahrten seien da wohl eher das kleinere Problem.

NRW-Minister betonen Vorreiterrolle

Pinkwart, dem das Pflanzen der Flatterulme, ein Baum, der für Bereiche wie die Davert typisch ist, sichtlich Freude bereitete, betonte aber auch, dass NRW mit diesem Projekt, das im vorliegenden Fall mit rund 23.000 Euro zu Buche schlägt, Vorreiter sei. Er hofft, dass diesem Beispiel viele folgen werden.

Die nordrhein-westfälischen Wälder speichern laut Landesregierung rund 700 Millionen Tonnen CO2. Zusätzlich zur Speicherfunktion des Waldes trägt der Ersatz fossiler Materialien durch den Rohstoff Holz zur Verringerung der CO2-Emissionen bei. Stehe dieser Rohstoff nicht zur Verfügung, habe das zudem negative Rückwirkungen auf die Bauwirtschaft und damit letztlich auch auf die gesamte Volkswirtschaft, so Pinkwart.

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