1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Hiltrup
  6. >
  7. Wer war Bernhard Poether?

  8. >

Hiltrup

Wer war Bernhard Poether?

Michael Grottendieck

Münster-Hiltrup. Auf dem Kreuz sind die Gesichter von Edith Stein, Helmuth James Graf von Moltke, Dietrich Bonhoeffer und Alfred Delp zu erkennen. Der Künstler Ludger Hinse nennt es das Kreuz der christlichen Märtyrer. Allesamt Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Ermordet und geschunden in den Konzentrationslagern oder umgebracht auf dem Schafott.

Auch das Konterfei des Bernhard Poether hätte im Pigment-Druck auf verzinktem Blech seinen Platz finden können – wenn er vielleicht etwas bekannter wäre. Er gehört zu den zahlreichen katholischen Priestern, die in den Konzentrationslagern ihr Leben ließen. Seine letzte Ruhestätte hat er im Kreuzaltar der St.-Clemens-Gemeinde. Und genau deshalb stellt der in Recklinghausen lebende Künstler im Rahmen seiner großen Ausstellungsreihe „Das Kreuz mit dem Kreuz“ einige Leidenskreuze in der Clemenskirche aus.

„Bernhard Poether ist der Grund, warum dafür die Clemenskirche ausgewählt worden ist“, sagt der Künstler, als er mit Pastor Ewald Spieker nach geeigneten Plätzen für die weiteren Kreuze in der Kirche sucht, die dort bis zum 3. August zu sehen sein werden.

St. Clemens ist ebenso wie die Mauritzkirche, das Franziskus-Hospital, die Akademie Franz Hitze Haus und das Kirchenfoyer in Nachbarschaft der Lambertikirche Ort der Kreuze, die Hinse geschaffen hat. Pfarrer Ewald Spieker gehört zu den Initiatoren dieser Ausstellung in Münster, die bis zum Frühjahr 2009 noch weitere Stationen in NRW durchläuft.

In der Clemenskirche sind eine Reihe von Leidenskreuzen zu sehen. „Kreuze haben die Kraft zur Vergegenwärtigung von Leid“, sagt Prof. Dr. Thomas Sternberg, Leiter des Franz Hitze Hauses. Hinse ergänzt: „Wir haben nicht das Recht zu schweigen.“

Die Leidenskreuze könnten die Erinnerung an Bernhard Poether auch in das Bewusstsein der Hiltruper bringen. Sein 100. Geburtstag zum 1. Januar 2006 jedenfalls wurde kaum gefeiert. Vortragsabende am 23. Juni sowie am 17. Juli über die Botschaft christlicher Märtyrer, darunter Bernhard Poether, bieten Chancen für eine erneute Annäherung.

Startseite
ANZEIGE