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Scharfe Kritik der CDU an der FDP

„Wir sind doch nicht beim Lotto“

Münster-Hiltrup

Michael Grottendieck

Ulrich Eckervogt (FDP) Foto: FDP

„Die Zusammenarbeit mit den Linken hätte ich bei einer liberalen Partei nicht für möglich gehalten“, empört sich der Vorsitzende der CDU Hiltrup, Marcus Bielefeld, über das Verhalten des Hiltruper FDP-Vertreters Ulrich Eckervogt. Die FDP habe „die Seele verkauft, um den Posten eines stellvertretenden Bezirksbürgermeisters ergattern zu können“.

Gemeinsam mit dem CDU-Ratsmitglied Stefan Leschniok weist der CDU-Vorsitzende auf einen Unvereinbarkeitsbeschluss der Liberalen hin, der auf eine klare Abgrenzung an den politischen Rändern abzielt. Auf Antrag die Hiltruper FDP hatte der FDP-Kreisverband offenbar im September einen Beschluss gefasst, der eine Zusammenarbeit mit den Linken und der AfD ausdrücklich ausschließt.

Und nun soll ausgerechnet in Hiltrup das genaue Gegenteil von alledem passieren, was die FDP einige Wochen zuvor beschlossen hatte? Ulrich Eckervogt sah sich am Dienstag zu einer Klarstellung genötigt. Es habe keinerlei Anweisungen aus Münster gegeben, sagte er. „Ich habe immer nur unseren Stadtteil im Blick.“ Auch sei er keine Koalition mit Grünen, SPD und Linken eingegangen. „Es ging ausschließlich eine Personalentscheidung.“

Dabei macht Eckervogt erneut deutlich, dass er Wilfried Stein unter allen zur Verfügung stehenden Alternativen für den besten Kandidaten hält. „Er hat vor allem die nötige Zeit für das Amt des Bezirksbürgermeisters.“ Dieses sei nicht mit ein paar Stunden in der Woche zu bewerkstelligen.

Unterstützung erhält Eckervogt von seinem Kreisvorsitzenden Paavo Czwikla. Der Parteibeschluss beziehe sich nur auf die Ratsebene.

In CDU-Kreisen wird die Forderung laut, Eckervogt solle sich zumindest der Stimme enthalten. Doch der kontert: „Dann hätten wir möglicherweise eine Patt-Situation. Die Gemeindeordnung sieht dann vor, den Posten auszulosen. Wir sind ja nicht beim Lotto.“

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