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Kulturbahnhof: Das erste Open-Air-Konzert beendet die sechsmonatige Corona-Pause

„Wir sind noch nicht über den Berg“

Münster-Hiltrup

Nach sechs Monate Corona-Pause hat es am Kulturbahnhof Hiltrup die erste größere Veranstaltung gegeben. Das Open-Air-Konzert zugunsten des Bahnhofs war ausverkauft. Der Kulturbahnhof sagt dennoch: „Wir sind noch nicht über den Berg.“

Michael Grottendieck

Klaus Bensens MDM-Club trat nach den Cadillacs auf. Foto: Grottendieck

Endlich. Im Kulturbahnhof passiert wieder etwas. Mit einem Open-Air-Konzert meldet sich der Kulturbahnhof zurück. In seiner siebenjährigen Geschichte ist es das erste Konzert unter freiem Himmel. Zugleich markiert das Konzert das Ende der sechsmonatige Corona-Pause.

„Come together“ – mit den unverkennbaren Akkorden des Beatles-Klassikers legten die Cadillacs um 18 Uhr los. Endlich wieder Musik machen, endlich wieder Musik hören, endlich wieder zusammenkommen zu gemeinsamen Aktivitäten. „Come together.“ Bei den Musikern war die Spielfreude gleich von Beginn spürbar. Die Zuhörer sparten nicht mit Applaus.

Rund 100 Besucher hatte der Kulturbahnhof zugelassen. Die Fläche vor dem Bahnhofsgebäude hätte möglicherweise noch einige Besucher mehr aufnehmen können. Doch das Team ließ Vorsicht walten.

Froh waren sie alle, dass es wieder losgehen konnte. Die Nachbarn vom Restaurant Pamina kümmerten sich um das leibliche Wohl. Helferinnen und Helfer des Kulturbahnhofes versorgten die Gäste mit Getränken in Flaschen. An langen Tischreihen hatten die Besucher Platz genommen. Die Bierzeltgarnituren hatte Joachim Schilling, der Getränkelieferant, zur Verfügung gestellt. Von ihm kam auch der Lastwagen, der den Musikern als Bühne diente.

Angekündigt waren drei Musikbands. Kurzfristig hatte Christian Bleiming aus Gesundheitsgründen absagen müssen. Es blieben die Cadillacs und Klaus Benson mit dem MDM-Club. Mit Beat- und Rock´n´Roll nahmen die Cadillacs ihr Publikum schnell ein. Spätestens mit „Whatever you want“ von Status Quo rockten sie den Bahnhofsvorplatz, ohne dass die geltenden Corona-Regeln außer Kraft gesetzt wurden. Mit James Browns „I feel good“ sprachen sie ihren Fans aus der Seele.

Nach der Umbaupause ging es chillig – und gänzlich ohne Gesang – weiter. Die Musik von Klaus Bensen am Bass und seinen drei Musikerkollegen (Gitarre, Schlagzeug, Saxofon) bot mit Jazz, Chillout und Rock ein Kontrastprogramm. Stichwort Kontraste: Sonntagabend ist viele „Tatort“-Zeit – für die Musiker ist es üblicherweise die Probenzeit. „Wir sind die Anti-Tatort-Band“, merkte Benson an.

Zwischendurch hatten Günter Zimmermann und Hartmut Wolff zur aktuellen Situation des Kulturbahnhofes gesprochen. Sie lobten die Weitsicht von Dr. Horst Born vor sieben Jahren, den Kulturbahnhof mit einem kräftigen finanziellen Polster auszustatten. Davon profitiere man derzeit.

Der Kulturbahnhof sei noch nicht über den Berg. Pläne für weitere Veranstaltungen gebe es. Maximal 50 Zuschauer wird künftig Einlass gewähren. Jede Veranstaltung wird zu einer finanziellen Herausforderung. „Wir bitten um Unterstützung durch ihren Eintritt“, sagten die beiden. Zugleich ließen sie einen Chapeau Claque (Klappzylinder) durch die Reihen gehen.

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