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Rieselfelder-Sperrung: Vorsitzender der Biologischen Station nimmt Stellung

„Keine erhebliche Mehrbelastung in Gelmer und Coerde“

Münster-Nord/Ost

Wie soll es mit den Rieselfeldern weitergehen? Welcher Verkehrsteilnehmer darf die Straßen noch nutzen? Jetzt meldet sich der Vorsitzende der Biologischen Station, Dr. Thomas Krämer.

Die Rieselfelder sind ein Naturidyll. Foto: Peter Schickert/www.imago-images.de

„Die CDU-Ortsunion Gelmer/Dyckburg beziehungsweise ihr Vorsitzender Markus Deitermann kündigen massiven Widerstand gegen einen Rats­antrag der Rathausmehrheit aus Grünen, SPD und Volt an. Dieser sieht Durchfahrbeschränkungen beziehungsweise -verbote für den Autoverkehr auf den Straßen Hessenweg und Coerheide vor“, teilt Dr. Thomas Krämer, Vorsitzender der Biologischen Station Rieselfelder, mit.

„Aus Sicht der Biologischen Station sind die in dem Antrag enthaltenen Maßnahmen längst überfällig“, sagt Krämer. „Nicht nur zum Schutz des Naturschutz- und des EU-Vogelschutzgebietes Rieselfelder, auch zum Schutz von dessen zahlreichen Besuchern. Dafür setzt sich die Station seit Jahren zusammen mit der örtlichen Bürgerinitiative ein.“

Eigene Verkehrszählungen

Wie die Biologische Station aus ihren eigenen Verkehrszählungen wisse, habe der Autoverkehr auf der Coermühle nach Beginn der Teilsperrung im April 2021 um rund 90 Prozent abgenommen. Thomas Krämer sagt: „Daher wissen wir allerdings auch, dass das Lkw-Fahrverbot, das im Bereich der Rieselfelder besteht, oft genug nicht eingehalten wird.“

Viele nehmen das Auto

Seit zwei Jahren liege eine Verkehrsuntersuchung der Rieselfelder vor, von der Stadt beauftragt. Demnach könne von einer erheblichen Mehrbelastung in Gelmer wie in Coerde keine Rede sein.

Die Rieselfelder verfügten über keine direkte ÖPNV-Anbindung – trotz des ganzjährig starken Zuspruchs durch Besucher. Auch deswegen nähmen viele Münsteraner lieber das Auto, um in das Naturschutzgebiet in Münsters Norden zu fahren.

ÖPNV muss mehr ausgebaut werden

„Wer den zunehmenden Autoverkehr begrenzen will, sollte allerdings entsprechende Alternativangebote schaffen, und zwar mehr als das, was geplant ist“, so Krämer. Der Ratsantrag sehe lediglich vor, die bestehende Buslinie 4 an Sonn- und Feiertagen näher an der Biologischen Station halten zu lassen.

Krämer nimmt auch Stellung zur Erreichbarkeit des Recyclinghofs. Diese Sperrung lasse Lieferanfahrten von beiden Seiten zu und verhindere „effektiv die ordnungswidrige Durchfahrt“. Die Durchfahrt für landwirtschaftlichen Verkehr und Rettungsfahrzeuge bleibe jedoch erhalten.

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