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Filmdokumentation von DAHW und Gesellschaft für Leprakunde

18 Minuten über Lepra

Münster-Kinderhaus

Lepra als kulturgeschichtliches Erbe und als aktuelle Aufgabe: Darum geht es bei Filmdokumentation, die ab dem Weltlepratag online zu sehen ist.

Katrin Jünemann

Kinderhauser Lepramuseum Foto: Katrin Jünemann

„Lepra – vorgestern bis übermorgen“ ist der Titel einer 18-minütigen Filmdokumentation, die zum Weltlepratag am Sonntag (31. Januar) freigeschaltet wird. Dr. Ralf Klötzer, Vorsitzender der Gesellschaft für Leprakunde (GfL), und Jürgen Belker-van-den Heuvel von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe haben das Thema mit Filmemacher Peter Csaba sehr anschaulich am historischen Ort, am Kinderhauser Leprosorium, ins Bild gesetzt. Die ersten Frühlingsvögel zwitschern, die Glocken von St. Josef läuten. Und das leise Plätschern des Kinderbachs ist zu hören, dessen ursprünglicher Verlauf einst die Grenzen der Leprosenanlage markierte.

Lepra als kulturgeschichtliches Erbe und als aktuelle Aufgabe: Darum geht es bei dieser interessanten und vielseitigen Dokumentation. Lepra ist eine nach wie vor aktuelle Krankheit. „Jährlich gibt es rund 220 000 Neuerkrankungen weltweit“, erläutert Jürgen Belker-van-den Heuvel. Auf diesem Level bleibe es schon seit etwa zehn Jahren, erklärt Klötzer. Die Inkubationszeit beträgt im Höchstfall 40 Jahre, liege im Schnitt aber bei drei bis fünf Jahren, so Belker-van-den Heuvel weiter.

Die Geschichte der Lepra, an der in den 1960er-Jahren noch rund 40 Millionen Menschen erkrankt waren, sei ein sehr gut nachvollziehbares Beispiel dafür, dass die Menschheit eine Infektionskrankheit unter Kon­trolle bringen könne. Im Falle der Lepra mit Antibiotika, die ab den 1970er-Jahren entwickelt und eingesetzt wurden.

Belker-van-den Heuvel und Klötzer ist es wichtig, das Thema Lepra auch jungen Menschen zu vermitteln: deshalb – und auch wegen der coronabedingten Schließung des Lepramuseums – der digitale Aufschlag zum Weltlepratag.

Der Film ist wesentlich kürzer als eine Führung, die etwa eine bis anderthalb Stunden dauere, so Klötzer. Die Dokumentation beginnt nach einem Entree im Museum an der St.-Josef-Kirche. Mit guten Grund. Denn ein ganzheitlicher Ansatz habe das Leprosorium in Kinderhaus geprägt: geistliche Betreuung und körperliche Versorgung. Ein Ansatz, der auch heute wichtiger denn je sei, betont Klötzer.

Die Gesellschaft für Leprakunde, Träger des Lepramuseums am historischen Ort in Kinderhaus, und die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, die dort seit vielen Jahren ihr Büro hat, kooperieren seit der Museumsgründung im Jahr 1986.

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