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Gedenkfeiern zum Volkstrauertag

Bedrohung durch Gewalt vom äußeren rechten Rand

Münster-Nord

Sowohl in Kinderhaus als auch in Sprakel fanden Gedenkfeiern zum Volkstrauertag statt. Dort wurde an die Opfer von Kriegen, Bundeswehreinsätzen und auch durch die Corona-Pandemie erinnert.

Von Claus Röttig

In Kinderhaus legten die Vereine am Mahnmal Kränze nieder. Andreas Siepmann von der Kameradschaft erinnerte unter anderem an die Opfer des Terrorregimes im Dritten Reich Foto: Claus Röttig

„Wehret den Anfängen.“ Andreas Siepmann, Mitglied der Kameradschaft Kinderhaus, fand deutliche Worte der Mahnung anlässlich des Volkstrauertages. „In Deutschland besteht kein Grund zur Entspanntheit. Wir werden seit einiger Zeit mit immer mehr Gewalt vom äußeren rechten Rand bedroht.“

Neben der Kameradschaft waren viele Vereine am Ehrenmal angetreten, um Kränze niederzulegen. Die Freiwillige Feuerwehr stellte zusätzlich Fackelträger, für die musikalische Begleitung sorgten der Spielmannzug Wilhelmi, die Original Kinderbachtaler und der Männergesangverein Cäcilia.

Militärische Auseinandersetzungen verhindern

Siepmann betonte in seiner Rede aber nicht nur den Terror des Gewaltregimes im Dritten Reich: „Wir konnten vor Kurzem Zeuge des Endes eines militärischen Einsatzes mit Beteiligung der Bundeswehr werden.“ Es gelte, auch an die Opfer zu erinnern, die dieser Einsatz gekostet habe. Auch Deutschland müsse dazu beitragen, militärische Auseinandersetzungen zu verhindern. „Doch die Bundesrepublik ist seit Jahrzehnten einer der größten Waffenexporteure der Welt.“

Siepmann sprach auch die Bedeutung der Pandemie an. „Covid hat uns brutal vor Augen geführt, dass wir wahrlich nicht alles beherrschen.“ So sollte sich die Trauer auch auf die Leidtragenden der Pandemie erstrecken. „Verbunden mit dem Dank an die Menschen, die sich bis an die Grenzen der Erschöpfung und darüber hinaus bemühen, zu helfen.“

Weltweite Sehnsucht nach Frieden

In Sprakel waren ebenfalls mehrere Vereine angetreten, um den Opfern der beiden Weltkriege zu gedenken. Bezirksbürgermeister Manfred Igelbrink betonte am Mahnmal: „Misstrauen und Ausgrenzung tragen nicht zu einem guten Leben bei.“

Doch er stellte sich auch die Frage, warum Kriege überhaupt geführt werden und warum Staatsoberhäupter ihr Volk so etwas aussetzen: „Zukünftig wird es wohl nur noch um Bodenschätze gehen oder um den Zugang zu Wasser.“ Doch Igelbrink betonte, er sei davon überzeugt, dass sich die Menschen auf der Welt nach Frieden sehnten.

Auch wenn im vergangenen Jahr die offizielle Feier ausfallen musste, hatten sich die Sprakeler Vereine in der Pandemie entschieden, einen Kranz niederzulegen. „Gerade in solch einer Zeit darf man das Gedenken einfach nicht vergessen“, hieß es von der Kameradschaft.

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