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Ausstellung im Lepramuseum

„Der Tod links oben ist falsch rum“

Münster-Kinderhaus

Künstlerin Elisabeth Fellermann beschäftigen mögliche Wahrnehmungsunterschiede von zentralen Lebensereignissen während unterschiedlicher Lebenszeiten. Für ihre Installation wählte sie einen dunkelen Keller und inszenierte Licht- und Schatteneffekte.

Von Ulrich Coppel

Dr. Ralf Klötzer fand anlässlich der Ausstellungseröffnung im Lepramuseum mit Werken von Elisabeth Fellermann sensible Worte. Foto: Ulrich Coppel

Unter dem Titel „Flüchtige Erscheinungen – Zeichnung und Installation“ ist jetzt eine Ausstellung der Lüdinghauser Künstlerin Elisabeth Fellermann im Keller des Lepramuseums eröffnet worden. Dr. Ralf Klötzer, Vorsitzender der veranstaltenden Gesellschaft für Leprakunde, fand in seinem Eröffnungsvortrag anlässlich der noch bis zum 18. September andauernden Ausstellung sensible Worte.

„Elisabeth Kellermann wählt einen Keller als Ort für ihre Installation aus. Dort will sie etwas zeigen. Dort lässt sie Menschen sprechen, ohne genau zu wissen, was sie während der Zeit, den unterschiedlichen Jahrhunderten in denen sie jeweils lebten, genau gesagt und gemeint haben“, so Klötzer über Kellermann, die tags zuvor, anlässlich der Tagung „Geschichte und Rezeption der Lepra“ interessierte Teilnehmer vorab durch die Ausstellung geführt hatte.

20 Jahre lang Porträtzeichnungen angefertigt

„Fellermann hat in den zurückliegenden 20 Jahren auf der Basis von Fotos und Abbildungen berühmter Persönlichkeiten zahlreiche eigene Porträtzeichnungen angefertigt. Eine Auswahl von ungefähr 20 dieser Zeichnungen hat sie in ihrer Installation mit einer Vielzahl ebenso bedeutungsvoller wie mehrschichtiger Begriffe kombiniert, die jeweils auf Folie kopiert sind“, berichtete Klötzer weiter.

Ein einziger, links der Installation auf alten Steinplatten aus dem 16. Jahrhundert befindlicher LED-Strahler erzeugte vom Boden aus Schatten von den an Drähten von der Decke hängenden Zeichnungen und Folien mit den Begriffen. Diese Schatten verliehen der gesamten Installation eine andächtige, tiefe Stimmung.

Wie haben die Persönlichkeiten in den unterschiedlichen Jahrhunderten ihrer Lebenszeit Freiheit, Armut oder Glück erlebt? Sünde, oder Wissen: Was war früher anders als heute? Und: „Der Tod links oben ist falsch rum“ bemerkte Klötzer, und wies mit dem Finger auf den Begriff. So habe er es Fellermann gesagt. „Das muss auch so sein“ habe diese geantwortet.

Am 14. August (Sonntag) um 15 Uhr lädt Elisabeth Fellermann zu einer lockeren Gesprächsrunde zum Thema „Hoffnungen, Wünsche, Befürchtungen und Gedanken der Menschen damals und heute“.

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