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Frauenpower im Friedenssaal 

Eintrag ins Goldene Buch für die Europa-Schützenkönigin

Münster-Kinderhaus

Frauenpower beim Friedenssaal-Empfang am Mittwochabend: Svenja Reher von der St.-Wilhelmi-Schützenbruderschaft Kinderhaus als Europa-Königin trug sich ins Goldene Buch der Stadt – auch andere gekrönte Schützen-Häupter waren weiblich.

Am Mittwochabend trug sich Europa-Schützenkönigin Svenja Reher ins Goldene Buch der Stadt Münster ein. Foto: Oliver Werner

Nehmen die Frauen im ursprünglich von Männern dominierten Schützenwesen immer mehr Raum ein? Zumindest herrschte beim Friedenssaal-Empfang am Mittwochabend eindeutig Frauenpower vor.

Nicht nur, dass Svenja Reher von der St.-Wilhelmi-Schützenbruderschaft Kinderhaus im Vorjahr als erste Frau Europa-Königin wurde und sich nun auf Einladung des Oberbürgermeisters in das Goldene Buch der Stadt Münster eintrug. Die Kinderhauserin wurde zudem von weiteren überaus erfolgreichen Schützinnen begleitet.

So begrüßte Bürgermeisterin Angela Stähler unter den zahlreichen Gästen, die teilweise mit Fahnenabordnungen und größtenteils im grünen Rock erschienen waren, viele Frauen – vor allem die Bundesschützenkönigin Andrea Reipich und die Königin des Diözesan-Verbandes Münster, Diandra Havers. Mit dem Europa-König des Zeitraums 2018 bis 2021, Leo Niessen, befand sich lediglich ein einziger Mann in der ranghohen Majestäten-Riege.

Historische Bedeutung des Friedenssaals

Doch zurück zu Svenja Reher. Wie bereits berichtet, ist die Kinderhauserin die erste Frau in der 67-jährigen Geschichte der „Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen“, die den Titel „Europa-Königin“ im Vorjahr erwarb. Dazu musste sie sich im August 2022 im belgischen Deinze gegen mehr als 250 Bewerber und Bewerberinnen aus sieben Ländern durchsetzen.

Drei Jahre lang wird sie nun das Amt innehaben. Bereits in der Vergangenheit hatte Svenja Reher als erste Diözesan-Schüler-Prinzessin und erste Vereins-Schützenkönigin ihrer Bruderschaft von sich reden gemacht.

Angela Stähler wies in ihrer Ansprache auf die historische Bedeutung des Veranstaltungsortes hin. Im Friedenssaal wurde, genau wie in Osnabrück, im Jahr 1648 der Westfälische Frieden geschlossen. Überhaupt spielte der Begriff „Frieden“ eine große Rolle bei der kleinen Feierstunde.

„Wir Schützen sind die größte Friedensbewegung“, erklärte etwa der Generalsekretär der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen, Peter-Olaf Hoffmann, in seinem Grußwort und wies auf die soziale Bedeutung der Schützenvereine hin. „Hier werden die verschiedensten Menschen zusammengeführt, man lernt sich kennen und ist sich zugetan.“

Schon von Kindesbeinen an im Schützenverein

Zurück zur Frauenpower: Wie konnte die Einzelhandelskauffrau und Mutter zweier Kinder als Schützin derart erfolgreich werden, und welche Rolle spielte dabei ihr Verein? „Svenja war schon von Kindesbeinen an Mitglied in unserem Verein“, erklärt der Erste Brudermeister der Schützenbruderschaft St. Wilhelmi, Kurt Göcking mit Stolz am Rande der Veranstaltung.

Überhaupt habe der Verein bereits im Jahr 1972 Mädchen in die Schießgruppe aufgenommen – was damals durchaus noch umstritten gewesen sei. „Männer gehen doch auch nicht in den Mütterverein“, habe es vereinzelt geheißen.

Doch die Entscheidung „pro Frauen“ erwies sich als zukunftsträchtig: Heute sind etwa 40 Prozent der Mitglieder bei St. Wilhelmi weiblich und aus dem Verein nicht mehr wegzudenken.

Und wie begründet Europa-Königin Svenja Reher ihre Treue zum Verein? „Ganz einfach“, sagt sie. „Ich mag den Zusammenhalt, die Gemeinschaft.“ Die Bruderschaft, das sei ihre „zweite Familie“.

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