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Wie der MGV Cäcilia Kinderhaus die harte Corona-Zeit überstanden hat

Mit Visier, Vorsicht und guten Ideen

Münster-Kinderhaus

Seine Proben für das Jahreskonzert am 20. November hat der MGV Cäcilia Kinderhaus längst aufgenommen. Die Vorfreude ist groß. In den vergangenen beiden Jahren musste das Konzert ausfallen. Einige zusätzliche neue Stimmen könnte der Chor gut gebrauchen.

Von Bettina Laerbusch

Immer montags probt der MGV Cäcilia Kinderhaus wieder im Pfarrzentrum an der Kristiansandstraße – und alle hoffen, dass das Jahreskonzert am 20. November stattfinden kann und Corona die Pläne nicht ein drittes Mal durchkreuzt.Bernd Schäfer gibt den Ton an. Foto: Bettina LaerbuschBettina Laerbusch

Es ist ruhig geworden. Die Medien melden nicht mehr täglich die Inzidenzwerte. Viele Menschen interessieren die auch nicht mehr. Zumindest zur Zeit nicht. Das war vor wenigen Monaten noch ganz anders.

Man kann es kaum noch glauben; Jahre scheint das her zu sein. „Ich habe alles versucht, den Chor am Leben zu halten“, sagt Guido Rath, Vorsitzender des MGV Cäcilia Kinderhaus. „Unfassbar – was wir alles versucht haben, mit den Sängern in Kontakt zu bleiben. Wir haben Briefe geschrieben. . .“ – er macht eine Pause, wird nachdenklich.

Im Kontakt geblieben

Man merkt Guido Rath an, wie froh er ist, dass diese harte Zeit vorbei ist und wie inständig er hofft, dass sie nicht wiederkommt. „Wir haben uns gegenseitig angerufen, wenn einer Geburtstag hatte“, ergänzt Schriftführer Gerd Kuhlmann. Und er sagt kurz vor dem Beginn der Probe an diesem Montag im Pfarrzentrum an der Kristiansandstraße leise, froh und irgendwie auch sachlich: „Niemand ist in dieser Zeit gestorben.“

Um es schnell an dieser Stelle zu sagen und eventuellen Befürchtungen den Garaus zu machen: Der MGV Cäcilia Kinderhaus existiert noch. Mehr noch: Er wird am 20. November – das ist der Plan und das hoffen alle – endlich wieder sein großes Jahreskonzert im Bürgerhaus geben. 2020 und 2021 musste dieses Konzert mit dem Salonorchester Münster und Solisten, das in der Regel stets für ein volles Haus sorgt, ausfallen.

Absagen sind immer ganz schlimm

„Das Konzert abzusagen, das hat dem ganzen Chor wehgetan“, sagt Guido Rath. „Wenn das große Ziel wegfällt – das ist das Schlimmste, was sie haben können.“ Auch James Schäfer, der den Chor seit 2017 leitet, sieht das so.

40 Sänger, sagen Kuhlmann, Schäfer und Rath, wären vor der Pandemie immer montags ins Pfarrzentrum zur Probe gekommen. „Jetzt sind wir um die 25.“ Manche seien sehr vorsichtig gewesen, hätten Angst gehabt, sich anzustecken. Bei anderen spiele das Alter die entscheidende Rolle, sagt Rath – „bei drei, vier Sängern über 80 ist das bestimmt so“. Bei denen sei es sehr, sehr schwierig, sie wieder zu motivieren, zu den Proben zu kommen. Dass er traurig darüber ist, merkt man Guido Rath an.

Zweimal mit Visier geprobt

Alle Chormitglieder seien vollständig geimpft. Viele Proben durften in der Pandemiezeit nicht stattfinden – „doch das, was ging, haben wir gemacht“, sagt Rath – und der Zuhörerin wird klar, was Guido Rath und sein Stellvertreter Wolfgang Weßling auf sich genommen haben, damit der Chor sich treffen und singen kann. „Zweimal haben wir mit Visier geprobt. Für alle Sänger haben wir die angeschafft“, erinnert Rath.

Einige Proben haben draußen vor der Waldschule stattgefunden, andere auf der Tribüne vom SC Westfalia Kinderhaus. Jedes Mal haben Rath und Co. das Klavier aus dem Pfarrzentrum dorthin gefahren, damit James Schäfer den Ton angeben konnte. Guido Rath schüttelt ganz leicht den Kopf – jetzt im Jahr 2022 – über diese heftige Zeit.

Neue Sänger sind erwünscht

Gerne, daraus macht er keinen Hehl, hätte er weitere neue Mitglieder im Chor – auch jüngere Sänger. „Schade, dass wir keinen Nachwuchs bekommen“, sagt er leicht frustriert, besser: verständnislos – und wohl auch ein bisschen traurig. „Es stimmt nicht, dass man mit Älteren keinen Spaß haben kann“, schießt er hinterher.

Wer weiß, vielleicht lässt sich der eine oder andere Besucher beim Jahreskonzert am 20. November überzeugen, künftig mitzusingen. Eine gängige Ausrede wird übrigens nicht akzeptiert: „Ich kann nicht singen.“

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