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Geduld ist ständige Begleiterin

Naturfotograf Jaroslaw Mackiewicz kam bis ins "Wildlife"-Finale

Münster-Kinderhaus

Die Maxime von Jaroslaw Mackiewicz lautet: zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Tag oder Nacht. Immer auf der Suche nach magischen Momenten – er liebt die Nuancen des Lichts. So entstehen seine Bilder.

Katrin Jünemann

Aus vier Metern Entfernung schoss Jaroslaw Mackiewicz dieses Bild. Foto: Jaroslaw Mackiewicz

„Er sieht etwas und vergisst alles andere – so ist mein Mann.“ So beschreibt Aska-Joanna Mackiewicz ihren Ehemann Jaroslaw. Er ist Naturfotograf und hat es bis ins Finale des bedeutenden 55. Wettbewerbs „Wildlife Photographer of the Year“ des Londoner Natural History Museums geschafft. In diesem Jahr wurden insgesamt 48 130 Fotos aus 100 Ländern eingereicht.

Nach der Preisverleihung und Ausstellungseröffnung in London gehen die 100 Siegerfotos stets auf Reise durch Großbritannien und Europa, durch Australien und Nordamerika. Die Deutschland-Premiere der Ausstellung war erneut, wie berichtet, im Westfälischen Pferdemuseum im Allwetterzoo. Dort werden die Siegerbilder bis zum 5. April gezeigt.

Aska und Jaroslaw Mackiewicz stammen aus Polen und leben seit rund sieben Jahren in Kinderhaus. Sie haben zwei Söhne. Jaroslaw Mackiewicz arbeitet mit einer Nikon D 500 „ohne Automatik, nur manuell. Es ist eine alte Kamera“, sagt er und lächelt sanft. Als Junge fotografierte er mit einer russischen Smena, entwickelte die Filme und machte die Abzüge. Der Natur gilt seine ganze Leidenschaft: Ihre Schönheit bietet ihm faszinierende Motive. Die Rieselfelder „sind mein zweites Zuhause“ gesteht er. Seit Jahren.

Über 200 Kilometer hat er in den Rieselfeldern mit seinem Fahrrad „abgeradelt“, Tarnkleidung und Fotoausrüstung immer dabei. Nachdem das Rad geklaut wurde, ist er nun mit einem kleinen Wagen unterwegs. Seine ständige Begleiterin – die Geduld. Fünf Jahre hat er gebraucht, bis er das Bild von dem Bussard „im Kasten“ hatte. Der Greif muss ihn zum Schluss gekannt und akzeptiert haben: Denn seine beiden besten Bilder von ihm schoss Jaroslaw Mackiewicz aus vier Metern Entfernung – ohne Tarnung. Und ohne Tricks, wie er nachdrücklich betont. Tricks? Es gebe Fotografen, die legten zum Beispiel Hähnchen als Köder aus, erzählt er.

Jaroslaw Mackiewicz lebt in Kinderhaus, die Rieselfelder sind sein "zweites Zuhause", sagt er Foto: Katrin Jünemann

Seine Maxime lautet: zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Tag oder Nacht. Immer auf der Suche nach magischen Momenten – er liebt die Nuancen des Lichts. So entstehen seine Bilder. Kämpfende Graureiher erwischte er beispielsweise auf der Wiese vor dem „Heidekrug“ und fing die Ästhetik ihre Flugkünste ein.

Münsters Schloss bei Nacht, der Prinzipalmarkt in eisiger Winteratmosphäre, eine Passagiermaschine vor einem übergroßen Vollmond zählen beispielsweise zu seinen Motiven, wenn er nicht in der Natur unterwegs ist.

Seine Bilder hat Jaroslaw Mackiewicz – bis auf die Bewerbung in London, auf Initiative seiner Frau – bislang noch nicht gezeigt. Vielleicht lässt er sich überzeugen, das zu ändern.

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