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Klare Signale an der Ampelanlage Kristiansandstraße / Eltern-Lotsendienst soll diese Woche enden

Rot für Autos bei Grün für Kinder

Münster-Kinderhaus

An Schultagen stehen seit über einem Jahr Eltern morgens von 7.45 bis 8.05 Uhr an der Ampel auf der Kristiansandstraße in Höhe Pastorsesch. Ende dieser Woche soll ihr Lotsendienst auslaufen: Die Ampel ist optimiert worden. Ein Erfolg der Elternschaft.

Katrin Jünemann

Rot für Autofahrer, wenn die Kinder Grün haben Foto: da

Es ist ein Erfolg der Elternschaft der Paul-Schneider-Schule: Nun endlich ist eine neue Ampel an der Kreuzung Pastorsesch / Kristiansandstraße in Betrieb. Dafür haben sich die Eltern weit über ein Jahr mit Beharrlichkeit und Engagement eingesetzt.

Dass die neue Ampelanlage endlich da ist, freut die Eltern unheimlich: „Das ist super. Die Lichter sind viel größer, und auch die Stopp-Linie direkt vor der Kreuzung ist eine riesige Verbesserung“, lobt Saskia Gellinek von der Elternschaft der Paul-Schneider-Schule. „Wir sind dankbar, dass es geklappt hat.“

An Schultagen stehen seit über einem Jahr Eltern morgens von 7.45 bis 8.05 Uhr an der Ampel auf der Kristiansandstraße in Höhe des Pastorsesches. Ihr Lotsendienst hatte nach einem kurzen Probelauf direkt nach den Herbstferien vorigen Jahres begonnen. Eigentlich hatten sie auf eine Tempo-30-Zone – wie am Schulzentrum – vor der Kinderhauser Grundschule auf der Kristiansandstraße gehofft. Doch die bürokratischen Hürden erwiesen sich als immens hoch. Weil der Eingang der Schule nicht an dieser Straße liege, sei das rechtlich nicht möglich, so das schwer nachvollziehbare Argument. Denn die Mehrzahl der rund 280 Schüler der Schule überquert nun mal in diesem Abschnitt die Kristiansandstraße auf dem Schulweg.

Die Eltern suchten nach einem Ausweg, um den Schulweg für ihre Kinder sicherer zu machen – etablierten den Lotsendienst. Das funktionierte per Whatsapp. und wurde immer zwei Wochen im Voraus koordiniert. „Ich hatte überhaupt kein Problem, den Dienst zu besetzen“, erzählt Saskia Gellinek. „Wenn mal jemand ausfiel, klappte es immer mit dem Nachschub.“ Außerdem war es „total nett, da zu stehen“, weil man die anderen Eltern und Kinder getroffen habe. Aber: „Ich hatte keinen Dienst, bei dem ich nicht eingreifen musste.“ Denn wenn etwa ein Fahrzeug in den Pastors­esch abgebogen sei und hinter diesem jemand in Richtung Grevener Straße fuhr, habe derjenige oft nicht gesehen, dass die Kinder an der Ampel Grün hatten. Deshalb sei die neue Stopp-Linie direkt vor der Kreuzung ein Gewinn. „Es war objektiv ein gefährliches Szenario“, unterstreicht sie.

Deshalb seien die Eltern total froh über die neue Ampel, die seit knapp einer Woche in Betrieb ist. Die Ampel zeigt den Autofahrern unmissverständlich Rot, wenn die Kinder Grün haben. Allerdings müsse sich die neue Situation noch einspielen: Einige Abbieger von beiden Seiten des Pastorsesch bögen noch direkt in Richtung Grevener Straße ab, sei von Lotsen beobachtet worden.

Saskia Gellinek hat auch Kinder gefragt, wie sie sich nun an der Ampel fühlten: „Sie haben ein gutes Gefühl“, berichtet die Mutter. Der Lotsendienst soll nun mit Ende dieser Woche auslaufen: „Wir machen einen Übergang von eineinhalb Wochen“, erklärt die Kinderhauserin.

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